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futureSAX: HZwo, das sächsische Innovationscluster für Brennstoffzellen und Wasserstoff

  • futureSAX: HZwo, das Sächsischer Innovationscluster für Brennstoffzellen und Wasserstoff

Sachsen ist ein Autoland und das soll es bleiben. Dafür braucht es aber alltagstauglicher Fahrzeuge in Zeiten der E-Mobiliät. Deshalb wurde 2018 HZwo – Sächsischer Innovationscluster für Brennstoffzellen und Wasserstoff gegründet. Ziel des Clusters ist es Forscher, Zulieferer und Hersteller zusammenzubringen und damit ein Netzwerk zu schaffen, dass es den KMU in Sachsen ermöglicht bei der internationalen Technologieentwicklung mitzuhalten. In HZwo sind auch zahlreiche Silicon Saxony Mitglieder, wie z.B. EDC, Fraunhofer ENAS, Fraunhofer IWU, IDT, TU Chemnitz und Von Ardenne, aktiv. futureSAX hat mit dem HZwo-Geschäftsführer Karl Lötsch über seine Arbeit und die nächsten Meilensteine gesprochen.

 

 

futureSAX: Herr Lötsch, der Innovationscluster HZwo ist im April 2018 gestartet. Was ist ihre Vision für eine Sächsische Brennstoffzellen- und Wasserstoffindustrie und welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für den sächsischen Mittelstand?

Brennstoffzellen werden vor allem im Themenfeld neue Antriebe in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen und bieten ein erhebliches Wertschöpfungspotential für das Autoland Sachsen. Für die vom Automobilen Strukturwandel betroffenen Zulieferer aber auch für Quereinsteiger sehe ich die Möglichkeit dadurch Arbeitsplätze langfristig zu sichern und aufzubauen.

Und für emissionsfreie Brennstoffzellenantriebe braucht man vor allem eines: grünen Wasserstoff. Wasserstoff ist das entscheidende Bindeglied der Sektorenkopplung von erneuerbaren Energien, einer leistungsfähigen Energieinfrastruktur, als saisonaler Energiespeicher sowie den Anwendungs-gebieten Mobilität, Wärme, dezentrale Stromversorgung und Industrie. Um als mittelständiges Unternehmen bei den Technologieentwicklungen in Europa, Nordamerika und Asien Schritt zu halten braucht es ein kompetentes Netzwerk mit erfahrenen Forschungseinrichtungen und Unter-nehmen, sowie internationale Kooperationen.

futureSAX: HZwo initiiert themenübergreifende und interdisziplinäre F&E-Kooperationsprojekte der Partnerunternehmen. Wie können sich sächsische KMU daran beteiligen und welcher Mehrwert bietet sich aus der Kooperation?

Beteiligen können sich sächsische Unternehmen durch direkte Kontaktaufnahme oder durch Teilnahme an unseren Veranstaltungen. Anhand bestehender Produkte, Verfahren oder Techno-logien leiten wir gemeinsam mögliche neue Betätigungsfelder sowie potentielle Märkte, Kunden und Zulieferer ab. Oft besteht Bedarf an einer Förderung oder Finanzierung eines Einzel- oder Kooperationsprojekts. Dafür gibt es unterschiedliche, teils themenspezifische Richtlinien und Calls für Landes-, Bundes- oder EU-Mittel, bei deren Antragstellung wir auf vielfältige Weise unter-stützen können.

futureSAX:
HZwo ist das Ergebnis eines erfolgreichen Technologietransfers. Für ihre Leistung wurden Sie mit dem 2. Platz beim Sächsischen Transferpreis 2019 ausgezeichnet. Welche Motivation treibt Sie und das Team hinter HZwo an? Welche Meilensteine möchten Sie in den nächsten vier Jahren erreichen?

Kurz nach Beginn unseres Startprojekts InnoTeam HZwo:BIP hat sich 2016 schnell gezeigt, dass das Thema noch viel mehr Potential für Sachsen bietet. Das SMWA motivierte uns schließlich dazu am Wettbewerbsaufruf für sächsische Innovationscluster teilzunehmen, aus dem wir als erstes Cluster hervorgegangen sind. Dieser Schritt verlangte die Gründung eines Vereins, dessen Geschäftsführer ich nun bin. Unser nächster Meilenstein ist die FC³ - Fuel Cell Conference Chemnitz im November, eine zweitägige Fachkonferenz mit hochkarätigen Vorträgen und 200 Teilnehmern aus mehreren EU-Ländern.

Ein übergeordnetes Ziel ist es, bis 2022 mit Sächsischen Produkten ein wirkliches Wertschöpfungsnetzwerk abzubilden, welches dann sicher international Beachtung finden wird und dass 2025 – 2030 alle neuen Brennstoffzellenmodelle auf der Straße, auf der Schiene oder in Stationären Anwendungen – davon möglichst viele im Freistaat selbst - mit Produkten aus Sachsen ausgerüstet sind.

futureSAX: Beim futureSAX-Innovationsforum „Zukunftsfeld Umwelt- und Ressourcentechnologie“ am 29. Oktober 2019 in Freiberg sind Sie Pate der Themenwerkstatt „Neue Rohstoffquellen: Erneuerbar und Grün - Chancen der Wasserstoff-Wirtschaft“.  Was erwartet interessierte Unternehmer in der Themenwerkstatt?

Zusammen mit den vier Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft wird es eine spannende Diskussion geben. Sie beginnt bei regionalen sächsischen Anwendungsszenarien von Wasserstoff als Energieträger der Sektorenkopplung und endet mit der Rolle sächsischer Technologien und Unternehmen für die sich europa- und weltweit entwickelnden Wasserstoffwertschöpfungs-ketten. Es gilt beide Facetten zu betrachten: Anwendung und Wertschöpfung. Ich bin zufrieden, wenn wir es schaffen, zwei oder drei gemeinsame Kernaussagen oder Thesen finden, welche vielleicht einmal Ausgangspunkt für eine gemeinsame sächsische Wasserstoffstrategie sein werden.

futureSAX: Herr Lötsch, was war Ihr Beweggrund, Teil des futureSAX-Know-how-Netzwerkes zu werden, und wie wichtig sind branchenübergreifende Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer?

Das gesamte Themenfeld Brennstoffzelle, neue Antriebe und Wasserstoff birgt enorme Potentiale für die unterschiedlichsten Akteure in Sachsen. Es bietet auch viel Raum für technologische Querein-steiger, die wir vielleicht noch nicht kennen, beziehungsweise welche umgekehrt das Themenfeld oder unser Netzwerk noch nicht kennen. Um diese zu erreichen braucht es branchenübergrei-fende Netzwerke wie futureSAX.

Weiterführende Links

www.futuresax.de 
www.hzwo.eu 

Foto: HZwo