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Europäische Kommission: Mehr Frauen an die Spitze von innovativen Tech-Start-ups – EU fördert zehn Unternehmerinnen aus Deutschland

Die Europäische Kommission hat heute (Dienstag) die ersten 50 von Frauen geführten Deep-Tech-Start-ups ausgewählt, die im Rahmen des neuen Pilotprogramms Women Tech gefördert werden. Zehn der geförderten Start-ups werden von Unternehmerinnen aus Deutschland geführt. So beschäftigt sich z.B. das Unternehmen "Die Frischemanufaktur" in Halle (Saale) mit der Verbesserung der Haltbarkeit von frischen Lebensmitteln, damit im Handel weniger Lebensmittel weggeworfen werden müssen. Soluterials in Cottbus hat einen nanostrukturierten Aluminiumwerkstoff "InC" entwickelt, der im Funktions- und Strukturleichtbau eingesetzt werden kann und Produktgröße und –gewicht reduziert. Das Start-up Nocturne in Berlin produziert KI-basierte Software für Messungen von Netzhautformveränderungen für neurologische Anwendungen.

 

 

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, erklärte: "Ich bin besonders stolz auf den erfolgreichen Abschluss der ersten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Women TechEU. Die hohe Zahl offener Bewerbungen bestätigt, dass Frauen in der Hochtechnologiebranche in der frühen, risikoreichsten Phase Unterstützung für ihre Unternehmen bekommen müssen. Wir werden diese 50 von Frauen geführten Unternehmen bei Finanzierungs-, Mentoring- und Vernetzungsmöglichkeiten unterstützen und das Programm 2022 ausweiten."

Women TechEU ist eine völlig neue Initiative der Europäischen Union. Die Regelung sieht Finanzhilfen in Höhe von jeweils 75.000 Euro zur Unterstützung der ersten Schritte des Innovationsprozesses und des Wachstums des Unternehmens vor. Darüber hinaus werden Mentoring und Coaching im Rahmen des Programms "Women Leadership" des Europäischen Innovationsrats (EIC) sowie EU-weite Vernetzungsmöglichkeiten angeboten.

Nach der Bewertung durch unabhängige Sachverständige wird die Kommission eine erste Gruppe von 50 von Frauen geführten Unternehmen aus 15 verschiedenen Ländern unterstützen. Mehr als 40 dieser Unternehmen haben ihren Sitz in den EU-Mitgliedstaaten, darunter ein Fünftel aus den "Ausweitungsländern" von Horizont Europa. Außerdem hat etwa ein Fünftel seinen Sitz in mit Horizont Europa assoziierten Ländern.

Die für eine Finanzierung vorgeschlagenen Unternehmen haben bahnbrechende und disruptive Innovationen in einer Reihe von Bereichen entwickelt, von Krebsfrühdiagnosen und -behandlungen bis hin zur Verringerung der negativen Auswirkungen von Methanemissionen. Sie befassen sich mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) wie der Bekämpfung des Klimawandels, der Verringerung der Lebensmittelverschwendung, der Ausweitung des Zugangs zu Bildung und der Stärkung der Rolle von Frauen.

Die Projekte beginnen im Frühjahr 2022 und werden voraussichtlich sechs bis zwölf Monate dauern. Die weiblichen Führungskräfte werden für maßgeschneiderte Coaching- und Mentoring-Aktivitäten in das Programm "Women Leadership" des Europäischen Innovationsrats aufgenommen.

Nach der sehr ermutigenden Reaktion auf dieses erste Pilotprojekt wird die Kommission 2022 das Programm Women TechEU verlängern. Die Mittel für die nächste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen werden auf 10 Mio. Euro aufgestockt, mit denen rund 130 Unternehmen finanziert werden sollen (gegenüber 50 in diesem Jahr). Die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen wird 2022 veröffentlicht.

Hintergrund
Mehr als ein Viertel der Jungunternehmen in Europa sind technologieintensiv; der Wert aller europäischen technologieintensiven Unternehmen liegt zusammengenommen nun bei 700 Mrd. Euro und steigt weiter. Im technologieintensiven Sektor sind Frauen jedoch nach wie vor stark unterrepräsentiert.

Da sie auf Innovationen im Ingenieurwesen und Fortschritten in der Wissenschaft basieren, haben technologieintensive Jungunternehmen in der Regel längere FuE-Zyklen und benötigen häufig mehr Zeit und Kapital als andere Start-ups. Die meisten könnten in den ersten Jahren scheitern, wenn sie nicht frühzeitig die richtige Unterstützung und Investitionen erhalten. Frauen in Hochtechnologie stehen häufig vor zusätzlichen Hürden in Form von geschlechtsspezifischen Vorurteilen und Stereotypen, insbesondere in Bereichen wie der Hochtechnologiebranche.

Mit jeder Frau, die nicht die Möglichkeit hat, ein Technologieunternehmen zu gründen und zu führen, verliert Europa nicht nur Talent und Vielfalt, sondern es verpasst möglicherweise auch eine Chance auf Wirtschaftswachstum.

Mit dem neuen Programm Women TechEU soll dieses Innovationsgefälle zwischen Männern und Frauen angegangen werden, indem von Frauen geleitete technologieintensive Jungunternehmen in der frühen, risikoreichsten Phase des Unternehmenslebenszyklus unterstützt werden. Mit diesem Programm will die EU dazu beitragen, die Zahl der von Frauen geführten Start-up-Unternehmen zu erhöhen und bei technologieintensiven Unternehmen in Europa für mehr Fairness und Wohlstand sorgen.

Women TechEU ist Teil einer Reihe von EU-Maßnahmen zur Förderung von Innovatorinnen. Zu den wichtigsten Initiativen gehören der EU-Preis für Innovationsleistungen von Frauen, ehrgeizige Ziele für von Frauen geleitete Unternehmen im Rahmen des EIC-Accelerators, ein geschlechtergerechter EIC-Beirat, die Einbeziehung der Geschlechterdimension in die einschlägigen EIC-Herausforderungen und ein Pilot-Index für Gleichstellung der Geschlechter und Diversität, um die Fortschritte zu verfolgen.

Für den EU-Preis für Innovationsleistungen von Frauen ist 2021 eine Rekordzahl von 264 Bewerbungen eingegangen, was darauf hindeutet, dass die Zahl der von Frauen geführten Start-up-Unternehmen in Europa rasch zunimmt. Mit dem Preis werden die Frauen gewürdigt, die hinter den bahnbrechenden Innovationen Europas stehen, und es sollen Vorbilder für Frauen und Mädchen überall geschaffen werden.

Weiterführende Links

https://ec.europa.eu