News

BMBF: Wir müssen heute schon an der IT-Sicherheit von übermorgen arbeiten

  • BMBF: Wir müssen heute schon an der IT-Sicherheit von übermorgen arbeiten
    Thomas Sattelberger, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, tritt an der TU München Start-ups zum Dialog.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dem Wettbewerb "Grand Challenge der Quantenkommunikation" sieben Forschungsvorhaben, um in Zukunft eine sichere quantenbasierte Authentifizierung zu ermöglichen. Der auf drei Jahre angelegte Forschungswettbewerb startete heute mit einem Kick-off an der TU München.

 

 

Die neue Plattform mit dem Namen Safer Transport for Europe Platform (STEP) zielt darauf ab, das Problem der Datenfragmentierung und der Informationssilos zu lösen, die den Nutzen der Konnektivität für die Verkehrssicherheit einschränken. Die Verkehrsbehörden sind heute oft darauf beschränkt, Sicherheitsaktualisierungen über die Straßeninfrastruktur - Autobahnschilderbrücken, Wechselverkehrszeichen oder Matrixschilder usw. - oder über eine begrenzte Anzahl von Technologien unabhängiger Hersteller, wie z. B. bordeigene Navigationssysteme, zu liefern.

STEP bietet eine Lösung für diese Herausforderungen. Als cloudbasierte Plattform, die auf offenen Industriestandards aufbaut, ermöglicht STEP einem breiten Ökosystem von Teilnehmern - Regierungen, Verkehrsbehörden, Fahrzeugherstellern, Mobilitätsdienstleistern und anderen Mobilfunknetzbetreibern - die Zusammenarbeit zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in ganz Europa.

Joakim Reiter, Chief External and Corporate Affairs Officer, Vodafone, sagte: "Die Verbesserung der Verkehrssicherheit ist nach wie vor eine große Herausforderung für Europa. Wir glauben, dass offene Plattformen für einen schnelleren und effizienteren Datenaustausch einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, die unnötigen Todesfälle und Verletzungen zu verhindern, die jedes Jahr auf unseren Straßen passieren."

STEP ist so konzipiert, dass es mit allen Karten-Apps und Fahrzeugnavigationssystemen kompatibel ist, die von den Partnerorganisationen entwickelt wurden, und die Nutzer können die Plattform und ihre Sicherheitsfunktionen kostenlos nutzen.

Vinod Kumar, Chief Executive Officer, Vodafone Business, sagte: "Diese skalierte Plattform ermöglicht die Bereitstellung wichtiger Sicherheitsinformationen für alle Verkehrsteilnehmer, unabhängig davon, auf welche App oder welches System sie sich verlassen. STEP fördert die notwendige Zusammenarbeit zwischen Verkehrsbehörden, App-Entwicklern und der Automobilindustrie, um den vollen Wert von Daten und Konnektivität zu erschließen und Europas Straßen sicherer zu machen."

In der Anfangsphase wird STEP in der Lage sein, die Übermittlung von Sicherheitsmeldungen und gezielten Aktualisierungen von Straßenbetreibern zu Fahrbahnsperrungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsstörungen auf der Straße über eine Vielzahl von bordeigenen Systemen und Navigations-Apps zu erleichtern.  STEP könnte auch die Modellierung des Straßennetzes in Echtzeit unter Verwendung sicherer, anonymisierter und aggregierter Fahrzeugpositionsdaten ermöglichen.  Langfristig will Vodafone die Sicherheitsfunktionen der Plattform ausbauen, um Warnungen für gefährdete Verkehrsteilnehmer einzubauen - so könnte beispielsweise der Fahrer eines großen Fahrzeugs vor Radfahrern oder Fußgängern in der Nähe gewarnt werden, die nicht in Sichtweite sind - sowie das Flottenmanagement, die Verfolgung gestohlener Fahrzeuge und die Unterstützung nutzungsabhängiger Versicherungen.

Die Einführung von STEP baut auf den erfolgreichen Versuchen von Vodafone mit dem ersten "Vehicle-to-Everything"-Straßensicherheitssystem Großbritanniens auf, einer Cloud-basierten Mobilitätsplattform, die Verkehrsteilnehmern Live-Updates von Straßenbetreibern über Sperrungen von Fahrspuren, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsstörungen liefert, die genau lokalisiert sind. Im 5G-Mobilitätslabor von Vodafone im Testzentrum Aldenhoven in Deutschland wurde ebenfalls erprobt, wie die 5G-Technologie und die hochpräzise Standortverfolgung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen können.

Vodafone arbeitet bereits mit Automobilherstellern, Straßenbetreibern, Verkehrsbehörden, Technologiepartnern und App-Entwicklern an aktuellen und künftigen Anwendungsfällen für die Plattform "Safer Transport for Europe" zusammen.

Dazu erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. h.c. Thomas Sattelberger in seiner Eröffnungsrede:
"Wir müssen heute schon an der IT-Sicherheit von übermorgen arbeiten. Deshalb forciert das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit diesem Wettbewerb die Erforschung quantenbasierter Authentifizierung. Hierbei wetteifern sieben junge Forschungsteams um eine Lösung. Im Kern geht es darum, die Speicherdauer von Quantenzuständen zu verlängern. Im nächsten Schritt soll ein funktionierender Quantentoken entwickelt werden. Ziel ist eine sichere Authentifizierung auch bei Angriffen von Quantencomputern. Die Teams an deutschen Universitäten und Forschungsinstituten werden von herausragenden Persönlichkeiten aus dem Themenfeld der Quantenkommunikation begleitet, die auch die Fachjury des Wettbewerbs stellen. Ich gehe davon aus, dass die Ergebnisse der Grand Challenge wichtige Beiträge leisten werden, um Deutschlands Position an der Spitze der internationalen Entwicklung in der Quantenkommunikation zu sichern. Das Siegerprojekt wird vom BMBF durch eine Anschlussförderung unterstützt. Wir wollen, dass diese Forschungsansätze marktrelevante Innovationen in der Quantenkommunikation anstoßen."

Sattelberger führte im Anschluss an den Kick-off-Event mit Vertreterinnen und Vertretern von Start-ups ein Gespräch über Techniktransfer sowie Chancen und Barrieren für Ausgründungen aus dem Forschungs- und Wissenschaftssystem an der TU München.

Hintergrund
Die Forschungsvorhaben, das begleitende Theorieprojekt und der Wettbewerb entstammen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zur IT-Sicherheit. Sie sind Teil des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-Sicherheit "Digital. Sicher. Souverän." Ziel der Förderrichtlinie ist eine messbare Verbesserung eines Quantenspeichers oder eines anderen Systems zur Realisierung von Quantentoken. Die Laufzeit der Projekte beträgt drei Jahre. Noch während der Fördermaßnahme wird eine Erfolgskontrolle durch eine Fachjury vorgenommen. Das von der Jury ausgewählte Projekt soll durch eine Anschlussförderung die Möglichkeit erhalten, seinen Lösungsweg zu realisieren.

Geförderte Forschungsvorhaben:

Weiterführende Links

www.bmbf.de 

Foto: Uli Benz / TUM