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SK Sachsen: 30 Jahre Sachsen in Brüssel – Ministerpräsident wirbt für mehr Souveränität Europas in der Halbleiter-Branche

Ministerpräsident Michael Kretschmer und Europaministerin Katja Meier haben die guten und engen Kontakte Sachsens in Brüssel und zugleich die starke Unterstützung durch die Europäische Union als mitentscheidend für die erfolgreiche Entwicklung des Freistaates seit der deutschen Wiedervereinigung gewürdigt. Bei einer Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Verbindungsbüros des Freistaates in Brüssel dankten beide den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die engagierte Arbeit.

 

 

Regierungschef Kretschmer sagte am Dienstag: "Sachsen zeigt seit drei Jahrzehnten in Brüssel Flagge. Dass der Freistaat in Europa einen so klangvollen Namen hat, ist auch das Verdienst unseres Verbindungsbüros. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben dem Freistaat in Brüssel Gesicht und Stimme. Ohne ihr Engagement würde es manches Projekt heute nicht geben. Richtig ist auch, dass Sachsen wie kaum eine andere Region in der Vergangenheit von Europa profitiert hat. Insgesamt sind seit 1991 mehr als 20 Milliarden Euro nach Sachsen geflossen. Diese Unterstützung für unzählige kleine und größere Projekte, für Forschung, Innovationen sowie Aus- und Weiterbildung hat ganz entscheidend dabei geholfen, dass sich der Freistaat nach der Wiedervereinigung zu einem erfolgreichen Forschungs- und Industriestandort entwickeln konnte."

Kretschmer sagte weiter: "Sachsen wird die Zukunft der EU weiter aktiv mitgestalten. Der Freistaat hat sehr gute Voraussetzungen, eine Vorreiterrolle bei vielen Zukunftsthemen einzunehmen und wichtige Impulse beispielsweise bei der Künstlichen Intelligenz, der Mikroelektronik der nächsten Generation und Mobilität von morgen zu setzen." Er fügte hinzu: "Wir setzen weiter auf das Verbindende und gegenseitiges Verständnis; wir wollen auch künftig Brücken bauen und so Europa gemeinsam gestalten und stark machen."

Europaministerin Meier betonte: "Vertreten durch unser Verbindungsbüro bringt sich Sachsen auf europäischer Ebene in der Forschung und Entwicklung und mit Engagement zur Nachhaltigkeit ein. Im Zuge der EU-Osterweiterung ist Sachsen in den letzten Jahren endgültig zu einer europäischen Schlüsselregion geworden. Und nicht zuletzt dank der vom Freistaat initiierten Allianz der europäischen Grenzregionen hat die EU ihre Mittel im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit deutlich erhöht. So sind etliche Kooperationen mit Polen und Tschechien möglich geworden, von denen unsere Region touristisch, wirtschaftlich und kulturell profitiert." Sachsen läge nicht nur geographisch im Herzen Europas. "Das sächsische Herz schlägt auch für Europa", sagte Katja Meier und: "Mit dem Vorsitz der Konferenz der Europaministerinnen und Europaminister werben wir gerade im Augenblick wieder viel für die europäische Idee, für demokratische Teilhabe und Mobilität in der EU, wie sie schon jetzt in den Grenzregionen im Alltag gelebt wird. Weil der europäische Zusammenhalt im Moment vielerorts gefährdet scheint, wird sich Sachsen auch in Zukunft für ein soziales, inklusives, bürgernahes und nachhaltiges Europa einsetzen."

An der Festveranstaltung nahmen rund 170 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil. Kultureller Höhepunkt waren Beiträge der Delegation der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025.

Kretschmer wirbt in Brüssel für mehr Souveränität Europas in der Halbleiter-Branche

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer führte zudem in Brüssel politische Gespräche unter anderem mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Kim Jørgensen, Chef des Kabinetts von Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, und Valère Moutarlier, Kabinettschef von Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Eines der wichtigsten Themen bei den Gesprächen war die Förderung der Halbleiterindustrie in der Europäischen Union. Sachsen spielt hier eine zentrale Rolle als europaweit führender Mikroelektronik-Standort. Kretschmer verwies in dem Zusammenhang auf die Bedeutung der Branche als Schlüsselindustrie für ganz Europa. Es gelte, die europäische Souveränität in diesem Bereich zu erhalten. Brüssel müsse deshalb an der Stelle noch entschlossener vorankommen. "Klar ist, dass die Abhängigkeit Europas deutlich reduziert, die Versorgungssicherheit erhöht und die Kompetenz entlang der Halbleiterkette gestärkt werden muss", betonte er.

Hintergrund
Das Verbindungsbüro des Freistaates hatte im Oktober 1991 seine Arbeit aufgenommen und vertritt seitdem erfolgreich die sächsischen Interessen gegenüber den Institutionen der Europäischen Union. Sitz war seinerzeit die frühere DDR-Botschaft am Boulevard Saint Michel 80 in Brüssel.

Seit 2004 ist das Verbindungsbüro in einem Gebäudekomplex untergebracht, der Anfang des 20. Jahrhunderts als niederländische Handels- und Wirtschaftsrepräsentanz errichtet worden war. Das Büro, das seit Herbst 2019 zum Geschäftsbereich des Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung gehört, ist 2015 personell weiter verstärkt worden: Die Staatskanzlei und alle Staatsministerien sind seither mit eigenen Fachleuten vertreten. Aktuell sind im Sachsen-Verbindungsbüro, das im Herzen des Brüsseler EU-Viertels gelegen ist, 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Weiterführende Links

www.sk.sachsen.de