News

BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung

  • BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung
  • BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung
  • BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung
  • BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung
  • BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung
  • BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung
  • BMWi, BMBF und Bitkom: Ein Jahr Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung

Vor einem Jahr, am 15. November 2018, hat die Bundesregierung ihre Strategie Künstliche Intelligenz beschlossen und damit den Rahmen gesetzt, um die weitere Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz ganzheitlich politisch zu gestalten.

 

 

 

 

Bundesministerin Anja Karliczek: "Mit der KI-Strategie wollen wir unsere Position an der Weltspitze der KI-Forschung weiter ausbauen. Deshalb werden wir unsere Kompetenzzentren für KI-Forschung weiter ausbauen und vernetzen. Wir brauchen die weltweit klügsten Köpfe in Deutschland. Dafür haben wir gemeinsam mit der Alexander-von-Humboldt Stiftung ein Programm gestartet, um international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Deutschland zu holen. KI soll den Menschen zugutekommen. Deshalb ist der schnelle Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung ebenfalls ein Ziel der KI-Strategie."

Die bestehenden Kompetenzzentren für KI-Forschung an den Universitäten in München, Tübingen, Berlin, Dortmund/St Augustin, Dresden/Leipzig und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz werden weiterentwickelt, miteinander vernetzt und ihre Förderung bis 2022 verdoppelt. Zudem hat das BMBF gemeinsam mit der Alexander von Humboldt Stiftung die Alexander von Humboldt-Professuren für Künstliche Intelligenz gestartet. Damit sollen weltweit führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der KI aus dem Ausland gewonnen werden. Seit Veröffentlichung der KI-Strategie wurden zahlreiche neue Fördermaßnahmen veröffentlicht. Die Themen reichen von der Grundlagenforschung über Anwendungsbereiche wie das autonome Fahren, die IT-Sicherheit und die Produktionstechnik bis hin zu Fragen der Erklärbarkeit von KI-Systemen.

Bundesminister Peter Altmaier: "Wir haben im ersten Jahr der KI-Strategie die Weichen dafür gestellt, den Transfer von KI-Lösungen in die Wirtschaft deutlich zu verbessern. Bundesweit sind KI-Trainer an den Start gegangen, die kleinen und mittleren Unternehmen KI-Kompetenzen vermitteln. So können die Unternehmen eigene innovative Produkte und Dienstleistungen umsetzen, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und Arbeitsplätze sichern. Mit unserer Initiative für eine souveräne europäische Dateninfrastruktur wollen wir Daten – den wichtigsten Rohstoff der Zukunft – für unsere Wirtschaft sicher verfügbar und nutzbar machen."

Mit dem Innovationswettbewerb "Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme" fördert das Bundeswirtschaftsministerium Plattformprojekte, mit denen die Anwendung von KI verstärkt in die Praxis gebracht werden soll. Im Rahmen des Förderschwerpunktes "Mittelstand-Digital" haben seit Juni 33 "KI-Trainer" ihre Arbeit in acht ausgewählten Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren aufgenommen. Sukzessive kommen weitere dazu. Auch der geplante Aufbau einer europäischen souveränen und vernetzten Dateninfrastruktur "Gaia-X" ist ein wesentlicher strategischer Eckpfeiler. Denn Datensouveränität und die breite Datenverfügbarkeit sind wesentliche Faktoren für erfolgreiche Entwicklungen in einer datengetriebenen Wirtschaft im Bereich der KI.

Anlässlich des Deutsch-Französischen Ministerrats am 16.Oktober in Toulouse unterzeichneten die Minister der Wirtschafts- und Forschungsressorts eine "Roadmap" zum weiteren Vorgehen. Auch die Deutsch-Schwedische Innovationspartnerschaft wurde um das Thema Künstliche Intelligenz erweitert, um ein Europäisches KI-Ökosystem voranzutreiben.

Bundesminister Hubertus Heil: "Künstliche Intelligenz wird Arbeit und Gesellschaft weitreichend verändern. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass aus technologischem Fortschritt auch sozialer Fortschritt wird. Deshalb fördern wir im Rahmen von Experimentierräumen die Anwendung von KI in den Betrieben. Nur wenn Unternehmen und Beschäftigte den technologischen Wandel konkret und partnerschaftlich gestalten, kann das notwendige Vertrauen in die neue Technologie wachsen."

Die Bewerbungsphase für die betrieblichen Experimentierräume unter dem Dach der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) läuft seit Oktober; ab Sommer 2020 werden dann die innovativsten Projekte zur Erprobung menschenzentrierter KI-Anwendungen in der Arbeitswelt gefördert. Die Zukunftszentren in den neuen Bundesländern, die Vernetzung fördern und neue Qualifizierungsangebote für die betriebliche Ebene entwickeln und anbieten werden, befinden sich in Gründung: Der übergreifende Think-Tank "Zentrum digitale Arbeit" und die fünf regionalen Zukunftszentren starten mit einer gemeinsamen Kick-off-Veranstaltung am 25.11. in Leipzig.

Kernaufgaben des im Aufbau befindlichen KI-Observatorium im BMAS, das im Frühjahr 2020 eröffnet wird, sind die Beobachtung von Technologieentwicklung, -verbreitung und Technologiefolgenabschätzung für KI in Arbeit und Gesellschaft. 2020 wird die KI-Strategie evaluiert, um sie ggf. an aktuelle Entwicklungen und Bedarfe anzupassen.

Bitkom zur Bilanz der KI-Strategie

Zur Bilanz der "Strategie Künstliche Intelligenz" der Bundesregierung erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

"Die Umsetzung der vor einem Jahr verabschiedeten KI-Strategie der Bundesregierung ist bislang enttäuschend. Die bescheidenen Mittel von 500 Millionen Euro pro Jahr haben bislang noch so gut wie keine Wirkung erzielt. In den USA wird gerade über ein 100-Milliarden-Dollar-Programm zur KI-Förderung diskutiert. Die Bundesregierung sollte überprüfen, ob die deutsche KI-Strategie überhaupt richtig dimensioniert ist. Und von den in der Strategie angekündigten 100 KI-Professuren in Deutschland ist nach einem Jahr noch nichts zu sehen, es sind bislang erst 30 ausgeschrieben worden. Wir müssen das Tempo massiv erhöhen.

Wenn wir so weitermachen, sehen wir von den schnellen Vorreiterländern der KI bald nicht mal mehr die Rücklichter. Auch ein Jahr nach dem Start der ersten KI-Strategie ist nicht erkennbar, wie Deutschland jene Geschwindigkeit aufnehmen soll, die wir im weltweiten Wettlauf um die besten Technologien zwingend brauchen. Ebenso wichtig ist, dass wir Künstliche Intelligenz und Datenpolitik zusammen denken. Es macht keinen Sinn, viel Geld in die KI-Förderung zu pumpen und ihr gleichzeitig ihre wichtigste Ressource zu entziehen: Daten. Hier brauchen wir mehr Konsistenz in den politischen Maßnahmen. Schon bald wird es in der IT kaum noch Anwendungen geben, die sich nicht der KI zuordnen lassen. Also ganz allgemein die KI zu fördern, macht nur bedingt Sinn. Wir müssen uns entscheiden: Welche KI wollen wir fördern? Und hier gibt es zwei herausragend wichtige Felder: 1. autonome Mobilität und 2. individuelle Medizin. So wie wir heute die ganze Welt mit Getrieben beliefern, so müssen künftig die Steuerzentralen für die autonome Mobilität aus Deutschland kommen. Und so wie wir führend bei Computertomographen sind, so müssen wir führend werden in der KI-gestützten Diagnostik und Therapie.

Außerdem sollten zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um KI-Experten in Deutschland zu halten und für Deutschland zu begeistern. Nichts ist gewonnen, wenn wir mit viel Aufwand KI-Spezialisten ausbilden und die dann in die USA oder nach China gehen. Geschwindigkeit, konsistente Maßnahmen, Konzentration auf die richtigen KI-Themen und Nachhaltigkeit im Handeln, darum muss es künftig gehen."

Weiterführende Links

www.bmwi.de    
www.ki-strategie-deutschland.de
www.ki-landkarte.de
Zwischenbericht "Ein Jahr KI-Strategie"

Grafiken: BMBF