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Fraunhofer: 70 Jahre Fraunhofer – 70 Jahre Zukunft

Am 26. März 1949 wurde die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. in München gegründet, um die hiesige Wirtschaft neu aufzubauen. Sie feiert wie die Bundesrepublik Deutschland und das Grundgesetz 2019 ihr 70-jähriges Jubiläum. Mit klarer Ausrichtung auf neue Schlüsseltechnologien und Märkte ist die Fraunhofer-Gesellschaft heute Innovationsmotor der deutschen Wirtschaft und Europas größte Organisation für angewandte Forschung. Das Jubiläumsjahr nimmt die Fraunhofer-Gesellschaft zum Anlass, den Blick nicht nur zurück, sondern mit strategischen Initiativen für Deutschland und Europa insbesondere auch in die Zukunft zu richten. Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bildet am Gründungstag ein Festakt mit anschließendem Bayerischen Staatsempfang in München. In diesem Rahmen bekennen sich die Fraunhofer-Gesellschaft, die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und die Technischen Universität München (TUM) zudem zum Aufbau eines Instituts für Kognitive Systeme in Bayern.

"Die Zukunft ist seit jeher der Antrieb für die Fraunhofer-Gesellschaft", erläuterte Präsident Prof. Reimund Neugebauer die Mission der Fraunhofer-Gesellschaft. "Wie bauen wir intelligente Maschinen, denen jeder vertraut? Wie lassen sich Medikamente so herstellen, dass sie schneller und günstiger den Patienten helfen? Wie sorgen wir verantwortungsvoll dafür, dass sich jeder sicher fühlt? Als Forschende und Unternehmer beantworten wir diese Fragen und verstehen wir uns als verantwortungsvolle Taktgeber von Wirtschaft und Gesellschaft." Am 26. März 2019 erinnerte im Bayerischen Wirtschaftsministerium ein Festakt an die 70-jährige Erfolgsgeschichte der Fraunhofer-Gesellschaft – und blickte im Spannungsfeld von Wirtschaft und Wissenschaft im internationalen Innovationswettbewerb unter dem Thema "Forschung für Europa" nach vorn. Hochrangige politische Vertreterinnen und Vertreter aus München, Berlin und Brüssel waren ebenso vor Ort wie ausgewählte Repräsentanten aus Wirtschaft und Wissenschaft, darunter Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Staatsminister Hubert Aiwanger, Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek, der CEO der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) Drs. Paul de Krom, Dr. Reinhard Ploss als Vorstandsvorsitzender der Infineon AG und Prof. Heinz Jörg Fuhrmann als Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter AG und Senatsvorsitzender der Fraunhofer-Gesellschaft.
Video-Impressionen vom Festakt und Staatsempfang

Dieser Rahmen wurde außerdem genutzt für eine gemeinsame Erklärung der Fraunhofer-Gesellschaft, der LMU und der TUM zum Aufbau eines Instituts für Kognitive Systeme in Bayern, um Lösungen für drängende Fragen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und Cybersicherheit zu finden. Die drei Organisationen werden ihre Expertisen in diesen zukunftsweisenden Themen künftig bündeln und ergänzen, um so die notwendige Brücke zwischen der Grundlagen- und der Anwendungsforschung zu schaffen. In Kooperation mit weiteren Akteuren wird ausgehend vom Standort München ein Gesamtkonzept entwickelt, das sich zu einem wesentlichen Bestandteil der KI-Strategie der Bundesregierung entwickeln soll. Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte werden resiliente kognitive Systeme und KI sowie KI für autonome Systeme sein.

Die Fraunhofer-Gesellschaft: Erfolgsmodell und Erfolgsgeschichte
Am 26. März 1949 bat Staatssekretär Hugo Geiger 210 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in das Bayerische Wirtschaftsministerium. Er hatte den Wunsch, mit der Gründung der Fraunhofer-Gesellschaft zum Aufbau der Wirtschaft in Bayern und Deutschland beizutragen. Während das Wirtschaftswunder noch in weiter Ferne lag und Kinder in Trümmern spielten, stellte man sich in einem Münchner Büro mit drei Mitarbeitenden bereits kurze Zeit darauf der Herausforderung, die angewandte Forschung in Deutschland voranzubringen. Mit der Wahl von Hermann von Siemens zum Präsidenten Mitte der 50er Jahre sowie der Gründung erster Institute entwickelte sich Fraunhofer immer mehr zu einer essenziellen Säule der Wissenschaftslandschaft in Deutschland. Mitte der 60er Jahre wurde Fraunhofer offiziell zur Trägerorganisation für angewandte Forschung im deutschen Innovationssystem. Das Fraunhofer-Modell der erfolgsabhängigen Grundfinanzierung erzeugte seit den 70ern jene Dynamik des Erfolgs, die bis heute anhält.

Mit der deutschen Wiedervereinigung eröffneten sich unerwartete Chancen auf neue Expansion. Die Fraunhofer-Gesellschaft ergriff schneller und konsequenter als andere Forschungsorganisationen die Gelegenheit und gründete in den neuen Bundesländern über 20 neue Institute und Einrichtungen. Allein 14 davon sind aktuell in Sachsen angesiedelt:

„Seit nunmehr 70 Jahren ist Fraunhofer ein etablierter Motor des Fortschritts – davon über 25 Jahre in Sachsen! Die Fraunhofer-Gesellschaft ist zudem ein wichtiger Baustein in der Mitgliederstruktur unseres Vereins. Mit insgesamt zehn Mitgliedsinstituten ist sie ein herausragender Partner für unsere Mitglieder, aber auch Partner außerhalb des Netzwerks, wenn es um anwendungsbezogene Forschung zu Zukunftsthemen geht. Zudem liefern Prof. Dr. Hubert Lakner, Fraunhofer IPMS und Prof. Dr. Stefan E. Schulz, Fraunhofer ENAS als Mitglieder unseres wissenschaftlichen Beirates wichtige Impulse für die strategische Ausrichtung des Silicon Saxony e. V. Innovativer Forschungspartner, Arbeitgeber und Impulsgeber zugleich- wir gratulieren zu dieser außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte!“  so Frank Bösenberg, Vorstandsmitglied und Clustermanager des Silicon Saxony e. V.

zum Film "70 Jahre Fraunhofer-Gesellschaft – die Dynamik des Erfolgs"

Strategische Initiativen für die deutsche und europäische Wirtschaft und Gesellschaft
Das deutsche Wissenschaftssystem findet international Beachtung, die Leistungen im Industrietransfer, die Netzwerke zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind weltweit beispielhaft. Fraunhofer zählt mit aktuell 72 Instituten und Forschungseinrichtungen, mehr als 26 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einem jährlichen Forschungsvolumen von mehr als 2,5 Milliarden Euro und zahlreichen internationalen Kooperationen zu den wirkungsstärksten Forschungsorganisationen. Mehr als zwei Drittel ihres Budgets verdient die Fraunhofer-Gesellschaft durch Vertragsforschung selbst, etwa ein Drittel erhält sie als Grundfinanzierung von Bund und Ländern. Auf dieser Basis und mit der klaren Ausrichtung auf neue Technologien und Märkte ist die Fraunhofer-Gesellschaft zum Innovationsmotor der deutschen Wirtschaft geworden: Vom Airbag bis zur weißen LED, vom Kautschuk aus Löwenzahn bis zur mp3-Technologie reichen die Erfindungen und Entwicklungen, die aus ihr hervorgegangen sind. Mit der Agenda 2022 hat die Fraunhofer-Gesellschaft eine Roadmap für ihre Forschungsaktivitäten definiert. Ein wichtiges Ziel ist die Entwicklung umfassender technologischer Systemlösungen für den Standort Deutschland. Dazu wurden "Prioritäre Strategische Initiativen" zu sieben wichtigen Forschungsthemen ins Leben gerufen. In den Prioritären Strategischen Initiativen – kurz PSI – bündelt die Fraunhofer-Gesellschaft die Kompetenzen ihrer Institute, um umfassende Systemlösungen für strategisch wichtige Fragestellungen zu erarbeiten. Alle Themen haben eine hohe Relevanz für die deutsche und europäische Wirtschaft und Gesellschaft. Kognitive Systeme, Künstliche Intelligenz und Datensouveränität, Batteriezellfertigung, Programmierbare Materialien, Quantentechnologie, Translationale Medizin, Öffentliche Sicherheit und die Biologische Transformation bilden den aktuellen Themenkanon.

Weiterführende Links

www.fraunhofer.de

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