News

FZI sucht Projektpartner: BMBF-Projekt "Zukunft der Arbeit: Mittelstand – innovativ und sozial"

Das FZI Forschungszentrum Informatik, Außenstelle Berlin, plant sich am Förderprojekt des BMBF zum Thema "Zukunft der Arbeit: Mittelstand – innovativ und sozial" zu beteiligen.  Das FZI ist aktuell auf der Suche nach passenden kleinen und mittelständischen Unternehmen aus den neuen Bundesländern. Die Unternehmen sollten dafür im Idealfall bereits erste Digitalisierungsprozesse angestoßen haben, die die Mitwirkung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen. Das FZI plant in den Unternehmen Interviews und bietet darüber hinaus Workshops (vorrangig mit dem Management) zur Erarbeitung von Lösungsansätzen und Testläufe neuer Arbeitsformen (z.B. Tandem-Arbeit) an. Die Unternehmen werden im Rahmen des Projektes gefördert (Förderquote meist 50%). Die Projektlaufzeit ist auf 18 Monate angesetzt. Als Konsortialführung übernimmt das FZI die Antragstellung. Interessierte Unternehmen wenden sich bitte direkt an das FZI in Berlin.

 

Informationen zur Ausschreibung:
Die Digitalisierung ist in der deutschen Wirtschaft, insbesondere auch im Mittelstand, bereits gut angekommen. Viele digitale Transformationsprojekte in Unternehmen erfüllen jedoch weder die Erwartungen des Managements noch der Belegschaft, wenn der Faktor Mensch dabei vergessen wird: Während die eine Seite mit einer höheren Produktivitätsquote rechnet, erhofft sich die andere Seite eine größere Arbeitsentlastung und fürchtet gleichzeitig jedoch gegenteilige Folgen, wie eine größere Arbeitsbelastung, die Veränderung der bisher gewohnten Arbeitsweise und -formen sowie höhere Kompetenz- und Leistungsanforderungen.

In Großunternehmen werden Digitalisierungsprojekte meist von Change-Management-Prozessen begleitet, um die Belegschaft durch beispielsweise Schulungen auf die IT-bedingten Veränderungen einzustellen und Kompetenzen aufzubauen. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) verfügen jedoch oft nicht über die notwendigen Ressourcen, um ihre Mitarbeiter:innen auf die Herausforderungen und neuen Anforderungen vorzubereiten oder zusätzliche Fachkräfte einzustellen. KMU sind oft darauf angewiesen, dass die vorhandene Belegschaft durch "learning on the job" schnell mit der neuen Technologie zurechtkommt und die Kompetenzen hauptsächlich simultan dazu selbst aufbaut. Dies hat schwerwiegende Folgen für Digitalisierungsprozesse im Mittelstand, die dadurch nur schleppend, nicht mit vollem Potenzial oder auch gar nicht stattfinden. Für das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – dem Mittelstand – müssen also Lösungen gefunden werden, die sich mit den vorhanden Ressourcen umsetzen lassen und die Mitarbeiter:innen für ein Gelingen der digitalen Transformation besser einbeziehen sowie ihre Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern.

Projektidee:
Die vorgestellte Problematik wirft eine Reihe spannender Forschungsfragen zum Verhältnis zwischen der eingesetzten Technologie und den damit in Austausch stehenden Mitarbeiter:innen auf. Im Projekt werden in einer zusammenfassenden Studie dazu verschiedene Aspekte untersucht:
•Die Einführung (zusätzlicher) Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) kann für Mitarbeiter:innen bedeuten, neue Aufgaben oder Rollen übernehmen zu müssen. Durch anonyme Befragungen sollen deshalb die Veränderungen der Arbeitsabläufe und deren Wahrnehmung durch die Mitarbeiter:innen sowie Veränderungen der Organisations- und Sozialstruktur im Unternehmen untersucht werden. In diesem Zusammenhang soll auch ein möglicher Wandel der Wahrnehmung des eigenen Werts der Arbeit evaluiert werden.

  • Mit der Anwendung einer neuen Technologie werden zudem auch neue (Kompetenz-)Anforderungen an die Belegschaft gestellt. Diese sollen ebenfalls durch Befragungen der Mitarbeiter:innen (anonymisiert) erfasst und anhand der Alters- und Geschlechtsstruktur auf mögliche Entwicklungstrends hinsichtlich des Niveaus der Qualifikationen sowie Veränderungen bei der Verteilung von Entscheidungsgewalt und Verantwortung untersucht werden. Zudem sollen Möglichkeiten des Kompetenzaufbaus entsprechend der unterschiedlichen Personenkreise herausgestellt werden.
  • In Interviews und Workshops mit dem Management werden die Ergebnisse der Befragung auf Basis der vorherrschenden Erwartungshaltung (z.B.: gender gap zugunsten der "Digital Natives"?) gespiegelt, um gemeinsame Ansätze für die Belegschaft sowie konkrete Handlungsoptionen abzuleiten.
  • Der Aspekt der Flexibilisierung der Arbeit soll ebenfalls betrachtet werden. Hierfür sollen neue Formen der Arbeitsorganisation (physisch, lokal, virtuell, etc.) in Workshops in Bezug zum Kontext des Unternehmens evaluiert und diskutiert werden, um dann evtl. im Anschluss getestet zu werden.

Das Ziel des anvisierten Projekts ist es also, eine human-fokussierte Perspektive auf die digitale Transformation zu bieten, so dass die Folgen der Einführung neuer Systeme und mögliche Probleme bei der Umsetzung analysiert und Gestaltungspotenziale für die Arbeitswelt von morgen aufgezeigt werden können, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Die Studie soll einen Beitrag dazu leisten, die Attraktivität von Arbeitsplätzen im Mittelstand zu steigern und zum Arbeitsplatzerhalt Mitarbeiter:innen beitragen, um die Erfahrungswerte und den -austausch im Unternehmen nachhaltig zu erhalten.

Kontakt:

FZI Forschungszentrum Informatik
Außenstelle Berlin
Friedrichstr. 60
10117 Berlin, Germany
Tel.: +49 30 7017337-340
www.fzi.de 

Weiterführende Links

www.fzi.de  
Zur Förderbekanntmachung des BMBF