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Sachsens Digitalverbände fordern Maßnahmenpaket für Softwareland Sachsen

  • Positionspapier Softwareland Sachsen
  • Sachsens IKT-Branchenverbände veröffentlichen gemeinsames Positionspapier
  • Verbände empfehlen Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Entwicklung
    (u.a. Infrastruktur sowie Bildung von Jugendlichen, Studierenden und Lehrkräften)
  • Weitere Forderung: Ausbildung von IT-Fachkräften muss höchste Priorität haben
  • Zitat: „Nur so entstehen auch in Zukunft nachhaltige Arbeitsplätze mit hoher ökonomischer Wertschöpfung in Sachsens Digitalwirtschaft“.

Dresden, 25. April 2019. „Softwareland Sachsen – Digitalisierung nutzen, Zukunft gestalten“ – unter diesem Titel veröffentlichen Sachsens IKT-Branchenverbände ein gemeinsames Positionspapier zur Zukunft der Softwarebranche im Freistaat Sachsen. Zu den Absendern gehören Silicon Saxony e.V., Cluster IT Mitteldeutschland e.V., Netzwerk Südwestsachsen e.V. und das IT Bündnis Chemnitz mit der Unterstützung des Branchenverbandes BITKOM e.V. Mit dem Positionspapier bringen sich die IKT-Verbände angesichts der anstehenden Landtagswahlen und möglicher politischer Neuausrichtungen in Stellung. „Der Anfang ist gemacht und nun gilt es im nächsten Schritt, die Politik wach zu rütteln. Die sächsischen Digitalverbände werden aktiv das Gespräch mit Mandatsträgern suchen, um die Maßnahmen und Forderungen in den politischen Diskurs einzubringen“, sagt Prof. Dr. Schönefeld, Vorstand des Silicon Saxony. Die erste offizielle Gelegenheit dafür bietet sich während des 5. Sächsischen IT-Summit am 18. Juni 2019 als Teil des Silicon Saxony Days. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion werden die Inhalte des Positionspapieres vorgestellt und anschließend mit sächsischen Parteivertretern debattiert.

 

Positionspapier „Softwareland Sachsen – Digitalisierung nutzen, Zukunft gestalten“

Sachsens Digitalverbände betonen die hohe Bedeutung der Softwareindustrie als Treiber der Digitalisierung und stellen konkrete Forderungen zu deren Förderung und Weiterentwicklung auf. Die angeregten Maßnahmen sollen nun der Staatsregierung vorgestellt werden und als Handlungsvorlage dienen. „Mit den Vertretern der Sächsischen Landespolitik hatten wir bereits erste gute Gespräche“, sagt Dirk Röhrborn, BITKOM-Landessprecher Sachsen. „Unser Ziel ist es, dass die von uns genannten Handlungsfelder nach der Landtagswahl von der Staatsregierung mit konkreten Maßnahmen und reellen Haushaltsposten untersetzt werden“, sagt Prof. Dr. Frank Schönefeld, Vorstand des Silicon Saxony e.V., weiter. „Wir brauchen dringend einen Reformpakt ‚Digitale Bildung‘. Die Ausbildung von IT-Fachkräften muss höchste Priorität haben. Nur so entstehen auch in Zukunft nachhaltige Arbeitsplätze mit hoher ökonomischer Wertschöpfungen in Sachsens Digitalwirtschaft.“, so Prof. Schönefeld.

 

Anhaltend starkes Wachstum in Sachsens Digitalwirtschaft: Softwarebranche ist Wachstumsmotor – und will es bleiben

Anlass des Positionspapieres ist auch die hervorragende Entwicklung der Branche in den vergangenen Jahren. Während im Jahr 2007 noch 11.663 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in sächsischen Softwareunternehmen angestellt waren, hat sich die Zahl bis 2018 auf 26.458 Mitarbeiter mehr als verdoppelt. Im Vergleich aller Branchen ist die Softwareindustrie seit 2010 am stärksten gewachsen und damit Wachstumsmotor Nummer 1 für attraktive Jobs in Sachsen. Dies belegen neben den Beschäftigtenzahlen auch die steigenden Umsätze und die wachsende Anzahl von Unternehmen in diesem Bereich. „Das Wachstum der sächsischen Softwarebranche ist beeindruckend, aber nicht selbstverständlich. Die gute Arbeit der vergangenen Jahre müssen wir nun sichern und zielstrebig fortführen“, erklärt Dirk Röhrborn. „Nur wenn die nach wie vor existierenden Potenziale der Softwarelandschaft genutzt werden, kann sich der Freistaat Sachsen in Zukunft als führender IKT-Standort behaupten. Das ist das erklärte Ziel der sächsischen Digitalverbände“, ergänzt Prof. Dr. Frank Schönefeld.

 

Digitale Bildung stärken, IT-Fachkräfte ausbilden und binden

Zentrale Forderungen der sächsischen IKT-Verbände zielen auf die Verbesserung der digitalen Bildung von Schülern und Lehrern ab. Dazu zählt neben der Sicherstellung einer flächendeckenden Ausstattung von Schulen mit digitalen Medien vor allem der Ausbau von IT-Kompetenzen des Lehrpersonals. „Selbstverständlich muss ein geeignetes Umfeld für Schüler geschaffen werden, um ihr Interesse an IT-Themen zu wecken. Dazu gehören neben der flächendeckenden Ausstattung von Schulen mit Breitband-Internetanbindungen auch moderne Unterrichtsformen, die auf digitale Medien setzen und Lehrkräfte, die diese anwenden. Daher ist es eminent wichtig, die Lehrerausbildung zu reformieren und das Thema digitale Kompetenz in allen Phasen des Lehramtsstudiums zu etablieren,“ plädiert Prof. Schönefeld.

Neben der Stärkung der digitalen Kompetenz von Schülern und Lehrern empfehlen die sächsischen IKT-Verbände, die Ausbildung neuer IT-Fachkräfte zu priorisieren. „Angesichts der aktuellen Entwicklung und realistischen Prognosen werden in der sächsischen Softwarebranche im Jahr 2030 mehr als 50.000 Angestellte beschäftigt sein. Um den hohen Bedarf an Fachkräften in Zukunft zu decken, müssen jetzt die Grundlagen geschaffen werden. Es bedarf dringend neuer Informatikprofessuren, -studiengänge und -ausbildungsplätze, während die Attraktivität des bestehenden Angebotes erhöht werden muss“, sagt Prof. Schönefeld.

 

Digitale Infrastruktur schaffen, Kooperation zwischen Industrie, Forschung und Anwendern intensivieren

Die voranschreitende Digitalisierung stellt hohe Anforderungen an die Infrastruktur eines Wirtschaftsstandortes. Um weiterhin zukunftsfähig und erfolgreich sein zu können, bedarf es einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur. „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist heutzutage überlebenswichtig für die Industrie. Ohne eine flächendeckende Breitband-Internetanbindung geraten sächsische Betriebe im nationalen wie internationalen Wettbewerb schon bald ins Hintertreffen. Auch das Thema 5G sollte stärker auf die Agenda rücken. Der Freistaat Sachsen hat hierbei bereits eine hohe Kompetenz aufgebaut und sich den Ruf eines Pioniers erarbeitet. Es gilt nun, diese Expertise anzuwenden und weiterzuentwickeln“, sagt Prof. Schönefeld.

Der Freistaat Sachsen besitzt beste Voraussetzungen, um sich zu einem führenden und spezialisierten IKT-Standort in Europa zu entwickeln. Unternehmen aus allen digitalen Schlüsselindustrien sind ebenso vorhanden wie eine ausgezeichnete Forschungslandschaft. Zudem sind im Rahmen der Digital-Hub-Initiative der Bundesregierung 2018 zwei Digital Hubs in Dresden (Smart Systems Hub – Enabling IoT) und in Leipzig (Smart Infrastructure Hub) entstanden. „Die Digital Hubs in Dresden und Leipzig sind ein wichtiger Grundstein für die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und Anwendern. Allerdings befinden sich beide noch in der Aufbauphase und benötigen Unterstützung durch die Industrie und die Staatsregierung“, so Prof. Dr. Frank Schönefeld, Vorstand des Silicon Saxony e.V. abschließend.

 

Weitere Stimmen der sächsischen Digitalverbände und des BITKOM e.V.:

Dirk Röhrborn, BITKOM-Landessprecher Sachsen: „Die Software- und IT-Branche im Freistaat Sachsen hat sich in den vergangenen Jahren vorbildlich entwickelt. Um die Position im Wettbewerb mit den anderen Digitalhubs in Deutschland weiter zu verbessern bedarf es kraftvoller Investitionen in die Ausbildung der dringend benötigten IT-Fachkräfte – von der digitalen Bildung in den Schulen und Berufsschulen bis hin zum deutlichen Ausbau der Hochschulbildung im Informatikbereich.“

Gerd Neudert, Geschäftsführer Cluster IT Mitteldeutschland e.V.: „Die Bedeutung der IT-Branche wächst beständig. Einerseits wird dies deutlich durch die vielfältige Durchdringung aller gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen mit IT, gemeinhin sprechen wir heute von Digitalisierung. Andererseits belegen es die Wachstumszahlen der zurückliegenden Jahre. In Sachsen ist die IT-Wirtschaft inzwischen die zweitstärkste Branche. Diese Entwicklungen bringen Chancen und Herausforderungen mit sich. Soll diese Erfolgsgeschichte der IT-Branche fortgeschrieben werden, sind dringende Weichenstellungen erforderlich. Eine wesentliche Investition gilt der Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Diese langfristige Aufgabe kann nur bewältigt werden, wenn die Vermittlung der Grundlagen bei der digitalen Bildung in den Schulen beginnt und eine konsequente konzeptionelle Fortsetzung in Berufsausbildung und Studienangeboten findet. Die Unternehmen und Verbände der Branche gehen dabei mit einer Vielzahl von Aktivitäten voran, stellen dafür erhebliche personelle, materielle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Jedoch ist dies eine gesamt gesellschaftliche Aufgabe. So sehen wir hier ein ganz wesentliches Handlungsfeld der sächsischen Regierung.“

Das vollständige Positionspapier finden Sie unter folgendem Link zum Download:

„Softwareland Sachsen – Digitalisierung nutzen, Zukunft gestalten“

Weitere Informationen zum 5. Sächsischen IT-Summit und dem Silicon Saxony Day 2019 finden Sie unter: www.silicon-saxony-day.de

 

Für Rückfragen:

WeichertMehner (Pressestelle Silicon Saxony e. V.)
Telefon: 0351 50 14 02 00
E-Mail: info@weichertmehner.com

 

Über SILICON SAXONY e. V.:

Der Silicon Saxony e. V. ist mit rund 350 Mitgliedern das größte Hightechnetzwerk Sachsens und eines der größten Mikroelektronik- und IT-Cluster Deutschlands sowie Europas. Als eigenfinanzierter Verein verbindet Silicon Saxony seit seiner Gründung im Jahr 2000 Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen/Universitäten, Forschungsinstitute, öffentliche Einrichtungen sowie branchenrelevante Startups am Wirtschaftsstandort Sachsen und darüber hinaus. Übergeordnete Ziele der Netzwerkarbeit sind u.a. der Ausbau sowie die Stärkung des führenden Mikroelektronikstandortes Europas als auch das Vorantreiben der parallel verlaufenden Entwicklung hin zu einem Softwareland Sachsen.

Über IT-Bündnis Chemnitz:

Das IT-Bündnis Chemnitz ist ein Zusammenschluss von ortsansässigen IT-Unternehmen in Kooperation mit der TU Chemnitz und der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft. Die Stiftung IBS koordiniert das IT-Bündnis. Es dient der engen und nachhaltigen Kommunikation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und der Sicherung von qualifiziertem Nachwuchs für die regionale IT-Branche.

Über Cluster Informationstechnologie (IT) Mitteldeutschland e. V.:

Der Cluster Informationstechnologie (IT) Mitteldeutschland e. V. ist das Branchennetzwerk der IT-Wirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit der Zielsetzung, die Aktivitäten der Branche zu koordinieren und sichtbar zu machen sowie gemeinsam für den IT-Standort Mitteldeutschland zu werben. Das Branchennetzwerk setzt sich für die Stärkung der regionalen IT-Landschaft ein – durch die Gestaltung moderner Strukturen und durch das Hinwirken auf günstige Rahmenbedingungen für IT-Unternehmen. Einen zentralen Arbeitsschwerpunkt bilden dazu die Gewinnung und die Sicherung des Fachkräftepotenzials in Mitteldeutschland. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2009 und besitzt mittlerweile mehr als 50 Mitglieder.

Über Netzwerk Südwestsachsen (SWS) Digital e.V.:

Das Netzwerk Südwestsachsen Digital e.V. ist ein Kooperationsnetzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung. Sein Ziel ist es, Unternehmen und Institutionen bei der erfolgreichen Gestaltung der digitalen Transformation zu unterstützen. In der Region Südwestsachsen trägt das Netzwerk mit seinen Aktivitäten dazu bei, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Der SWS Digital e.V. wurde im November 2017 gegründet und hat bereits mehr als 40 Mitglieder.

Über BITKOM e.V.:

Bitkom ist der Digitalverband Deutschlands. 1999 als Zusammenschluss einzelner Branchenverbände in Berlin gegründet, vertreten wir mehr als 2.600 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, unter ihnen 1.000 Mittelständler, 500 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Hardware oder Consumer Electronics her, sind im Bereich der digitalen Medien oder der Netzwirtschaft tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. Bitkom setzt sich insbesondere für eine innovative Wirtschaftspolitik, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine zukunftsorientierte Netzpolitik ein. In 2019 setzt der Digitalverband Themenschwerpunkte in den Bereichen Digitale Transformation, Bildung und Arbeit, Sicherheit und Datenschutz sowie zur Lage der ITK Branche.