News

Bosch: Künstliche Intelligenz - Deutsche haben keine Scheu vor Kollege Roboter

  • Bosch: Künstliche Intelligenz - Deutsche haben keine Scheu vor Kollege Roboter
    Mensch-Roboter-Kollaboration – in den Laboren des Forschungscampus Renningen wird intensiv an den kommenden MRK-Lösungen gearbeitet.
  • Bosch: Künstliche Intelligenz - Deutsche haben keine Scheu vor Kollege Roboter
    Bosch fragte während seiner Studie zum Thema KI u.a.: "Wissen Sie was künstliche Intelligenz ist?";
  • Bosch: Künstliche Intelligenz - Deutsche haben keine Scheu vor Kollege Roboter
    ..."Wissen Sie, wo heute künstliche Intelligenz schon überall drin steckt?";
  • Bosch: Künstliche Intelligenz - Deutsche haben keine Scheu vor Kollege Roboter
    ...oder "Können Sie sich vorstellen, zukünftig mit einem Roboter zusammenzuarbeiten?".

Ob zuhause, im Straßenverkehr oder bei der Arbeit – künstliche Intelligenz (KI) wird die Welt grundlegend verändern. Nicht alles ist dabei reine Zukunftsmusik: Smartphones zum Beispiel verfügen bereits heute über intelligente Sprachassistenten, in der Medizin wird KI zur Diagnose eingesetzt. Doch auch wenn intelligente Systeme bereits Teil des Hier und Jetzt sind, hat die Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) noch kein klares Bild davon, wo KI bereits heute eingesetzt wird. Ähnlich sieht es beim Wissensstand aus: Zwar kennen die meisten Befragten (82 Prozent) den Begriff künstliche Intelligenz, mehr als die Hälfte (53 Prozent) weiß aber nur ungefähr, was damit gemeint ist. Das hat eine repräsentative Umfrage von Bosch und dem Marktforschungsinstitut Innofact anlässlich des KI-Symposiums "AI CON" in Renningen bei Stuttgart ergeben.

 

"Maschinen wie zum Beispiel Motoren und Pumpen machen charakteristische Geräusche", sagt Dr. Samarjit Das, Grundlagenforscher und SoundSee-Projektleiter im Forschungs- und Technologiezentrum von Bosch in Pittsburgh. "Der SoundSee-Algorithmus verwendet maschinelles Lernen, um solche feinen akustischen Spuren zu analysieren und zu bestimmen, ob eine Maschine oder auch nur einzelne Komponenten repariert oder ersetzt werden müssen."

Als Träger für das SoundSee-System dient Astrobee, ein von der NASA entwickelter autonomer Mini-Roboter, der frei durch die ISS schweben kann. Das Astrobee-Team am Ames Research Center der NASA war auch an der Erprobung auf der Erde maßgeblich beteiligt. "Die Unterstützung durch die NASA hat uns sehr geholfen", lobt Dr. Andrew Horchler, leitender Projektingenieur bei Astrobotic. "Mit den Erfahrungen und Informationen des Astrobee-Teams konnten wir unsere operativen Abläufe besser planen und die besonderen Herausforderungen des Transports einer Hardware-Nutzlast zur ISS konkret nachvollziehen."

Technologien unter extremen Bedingungen testen
An Bord der ISS werden Wissenschaftler Daten sammeln und zur Erde senden, wo Bosch sie dann auswerten wird. Die Qualität der Datenerfassung soll im Laufe der Forschungsarbeiten durch Software- und Prozessanpassungen kontinuierlich verbessert werden. "Von den Daten erhoffen wir uns Einblick in den Zustand der Raumstation", erklärt Jon Macoskey, Forschungsingenieursassistent bei Bosch. "Langfristig wollen wir den Nachweis erbringen, dass wir Störungen im ISS-Betrieb erkennen und den Crewmitgliedern oder dem Kontrollzentrum diese Informationen bereitstellen können."

Neben vielversprechenden Anwendungen auf der Erde könnte SoundSee auch für andere Projekte der bemannten Raumfahrt attraktiv sein, zum Beispiel für Flüge zum Mond oder zum Mars. "Bosch interessiert sich schon seit einiger Zeit dafür, mithilfe der Audioanalytik betriebsrelevante Maschinen und Ausrüstungen wie Fahrzeugmotoren oder Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme zu überwachen", ergänzt Dr. Joseph Szurley, der als Wissenschaftler in der Bosch-Forschung an SoundSee beteiligt ist. "Auf der ISS können wir erforschen, wie sich diese Technologien auf Umgebungen mit noch extremeren Bedingungen anwenden lassen.”

Ehemaliger ISS-Kommandant unterstützt das Projekt

Die für den Flug ins All vorgesehene Version der SoundSee-Technologie wird vom Future Missions and Technology Team entwickelt, einer Forschungsgruppe von Astrobotic, die sich mit der Raumfahrtrobotik beschäftigt. Das Team ist auch für die Erprobung auf der Erde und die Flugvorbereitung zuständig. "Selbst in einer so perfekten Umgebung wie der ISS ist die Durchführung von Forschungsarbeiten aufgrund der Schwerelosigkeit sehr viel schwieriger als auf der Erde", gibt Fraser Kitchell, Direktor von Astrobotic Future Missions and Technology, zu bedenken. "Als Unternehmen, das sich auf Raumfahrtrobotik spezialisiert hat, können wir Bosch bei der Vorbereitung auf diese hochspezielle Umgebung unterstützen."

Den Startschuss für das SoundSee-Projekt gab das Center for the Advancement of Science in Space (CASIS), als es vor wenigen Monaten die Finanzierungsgenehmigung für Startkosten und Astronautenzeit an Bord der ISS erteilte. Das CASIS managt im Auftrag der NASA das ISS U.S. National Laboratory, die Forschungsplattform der USA auf der Internationalen Raumstation. Seit Kurzem testen Forscher von Bosch und Astrobotic die technischen Komponenten der SoundSee-Nutzlast als Vorbereitung auf den Flug ins All. Unterstützt werden sie dabei vom früheren ISS-Kommandanten Dr. Colin Foale, der nun ebenfalls zum SoundSee-Team gehört.

Dr. Colin Foale jedenfalls ist vom Nutzen der SoundSee-Technologie überzeugt: "Der Einsatz von maschinellem Lernen im All ist ein wirklich bahnbrechender Gedanke. Er wird nicht nur dazu beitragen, dass sich Probleme auf der ISS besser lösen lassen, sondern auch und besonders der Industrie auf der Erde zugutekommen." "Als ehemaliger ISS-Kommandant kann uns Dr. Foale unschätzbare Informationen dazu liefern, wie die SoundSee-Mission vor Ort funktionieren wird. Mit seinem Wissen hat er erheblich dazu beigetragen, dass wir das Preliminary Design Review in diesem Sommer erfolgreich abschließen konnten", ergänzt Samarjit Das. "In unserer Versuchsanlage bei Astrobotic können wir die Techniken testen, die wir auf der ISS einsetzen werden."

Weiterführende Links


www.bosch.de 

Foto und Grafiken: Bosch