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Bitkom und Silicon Saxony: Zur Strategie "Künstliche Intelligenz" der Bundesregierung

Bitkom und Silicon Saxony sind sich einig. Die am 15. November beschlossene Strategie "Künstliche Intelligenz" der Bundesregierung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Will Deutschland auch zukünftig seine Rolle in der technologischen Weltspitze behaupten, müssen frühzeitig die passenden Maßnahmen getroffen und auf höchster politischer Ebene unterstützt werden. Hierzu zählen ausreichende Investitionen und Förderprogramme, ein verstärkter Einsatz im Bereich der Fachkräfterekrutierung, exzellente Forschung sowie der stetige Ausbau der notwendigen Infrastrukturen in Deutschland. Mehr Mut und ein klareres Bekenntnis zu der kommenden Schlüsseltechnologie hätten sich Bitkom und Silicon Saxony speziell bei der Bereitstellung von finanziellen Mitteln zur Förderung von KI-Innovationen gewünscht. 500 Millionen Euro pro Jahr – 3 Mrd. bis 2025 – werden Deutschland in diesem umkämpften Feld nicht in der Weltspitze halten können. "KI made in Germany" droht ohne weitere Bereitstellung von Mitteln damit zum Follower statt zum Leader zu werden.

 

 

"Künstliche Intelligenz bedeutet für die Weltwirtschaft eine neue Stunde null. KI ist vergleichbar mit der Erfindung von Rad, Buchdruck oder Dampfmaschine. Es ist ungewöhnlich, dass eine Bundesregierung eine nationale Strategie für eine Technologie verfasst. Der Schritt unterstreicht, dass die Politik die Bedeutung dieser Zukunftstechnologie erkannt hat. Wir begrüßen das klare Bekenntnis der Bundesregierung, jetzt das Tempo erhöhen zu wollen. Dieses Ziel muss aber noch stärker mit konkreten Maßnahmen und den notwendigen Mitteln verfolgt werden. Die geplanten 3 Milliarden Euro bis 2025 aus dem Bundeshaushalt zur Förderung von KI entsprechen 500 Millionen Euro pro Jahr und damit bei Weitem nicht der erkannten und formulierten Bedeutung von KI für Wachstum und Wohlstand.

Dagegen sind die geplanten mindestens 100 zusätzlichen KI-Professuren ein starkes Signal, dass Deutschland den Wettbewerb um die klügsten Köpfe aufnimmt. Es genügt aber nicht, beste Forschung und Lehre anzubieten und hervorragende KI-Experten auszubilden. Wir müssen auch dafür sorgen, dass die klugen Köpfe im Land bleiben – in Unternehmen, aber auch in Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, bei Bundesbehörden oder in der öffentlichen Verwaltung. An dieser Stelle muss die Politik kurzfristig ein Maßnahmepaket vorlegen, das genau dies sicherstellt.

Unser Ziel muss ein, im internationalen Wettbewerb eine deutsche Führungsrolle bei der Künstlichen Intelligenz zu erreichen. Und zwar nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch bei der Entwicklung von marktfähigen Produkten. Künstliche Intelligenz wird künftig das Herzstück der digitalen Wirtschaft sein.

Neben Einzelmaßnahmen zur Förderung von KI brauchen wir dazu auch einen regulatorischen Rahmen, der neben der KI-Forschung auch die KI-Anwendung ermöglicht. Niemandem ist geholfen, wenn wir vorne Milliarden in die Grundlagenforschung pumpen und dann verbieten, die neuen Technologien auch in der Praxis einzusetzen. Ohne regulatorische Flankierung besteht die ganz reale Gefahr, dass Investitionen wirkungslos verpuffen. An dieser Stelle bleibt die KI-Strategie noch zu viele Antworten schuldig.

Die KI-Strategie der Bundesregierung kann ein Aufbruchsignal sein, die eigentliche Arbeit beginnt erst. Es muss uns gelingen, in der Diskussion die vielfältigen Chancen der Technologie für alle Lebensbereiche in den Mittelpunkt zu rücken – von der Medizin über die Mobilität bis zur Bildung", erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg weiter.

Weiterführende Links


www.bitkom.org
www.silicon-saxony.de