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TU Dresden: Mit sechs Vollanträgen in die nächste Runde des Exzellenzwettbewerbs

  • TU Dresden: Mit sechs Vollanträgen in die nächste Runde des Exzellenzwettbewerbs
    Sechs der acht Antragsskizzen für Exzellenzcluster der TUD wurden am 29. September von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgewählt, Vollanträge einzureichen.

Ein Paukenschlag: Sechs der acht Antragsskizzen für Exzellenzcluster der TUD wurden am 29. September von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgewählt, Vollanträge einzureichen. Der Rektor der TU Dresden, Prof. Hans Müller-Steinhagen, gratuliert den Sprechern und Wissenschaftlern der erfolgreichen Clusterskizzen und hebt die Bedeutung für die gesamte Universität hervor: "Das ist ein phantastischer Erfolg! Diese Entscheidung gibt uns noch einmal kräftigen Rückenwind für unsere Vorhaben in der Exzellenzstrategie! Wir gehen jetzt optimistisch in die Phase der Vollanträge und hoffen, am Ende dann auch mindestens zwei – am liebsten aber deutlich mehr Exzellenzcluster bewilligt zu bekommen." Zwei Exzellenzcluster sind Voraussetzung, um sich auch wieder als Exzellenzuniversität bewerben zu können. Silicon Saxony gratuliert zu diesem Erfolg.

Die nun zu beantragenden Exzellenzcluster gehören zu den Forschungsprofillinien Gesundheitswissenschaften, Biomedizin und Bioengineering; Intelligente Werkstoffe und Strukturen sowie Informationstechnik und Mikroelektronik. Da alle Forschungsprofillinien der TU Dresden interdisziplinär miteinander vernetzt sind, sind letztlich fast alle Wissenschaftsbereiche in den Exzellenzwettbewerb involviert.

Folgende Cluster wurden zum Vollantrag aufgefordert:

cfaed: Center for Advancing Electronics Dresden
Das cfaed wird bereits seit 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative als Exzellenzcluster gefördert. Es stellt sich den größten Herausforderungen auf dem Gebiet der Elektronik. Die immer kleineren Strukturen der heutigen Technologie kommen an die physikalischen, atomaren Grenzen. Durch Einsatz neuer Materialien und unter anderem inspiriert durch die Biologie erforscht das cfaed völlig neue Elektronik für die Informationsverarbeitung. Ziel sind noch geringere Abmessungen, höhere Geschwindigkeit und gesteigerte Energieeffizienz, Kostenreduktion sowie die Realisierung neuer Funktionalitäten. Das Cluster setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz von den molekularen Ausgangsmaterialien bis hin zu hochintegrierten Verarbeitungssystemen.

PoL: Physik des Lebens
Das Leben zu verstehen, ist eine der größten und komplexesten wissenschaftlichen Herausforderungen. Das Cluster will den grundlegenden Fragen in der Zell- und Entwicklungsbiologie auf den Grund gehen und dabei einen Paradigmenwechsel anstoßen: Die dem Leben zugrunde liegenden biologischen Prozesse als komplexe physikalische Phänomene zu begreifen.

ct.qmat: Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien
Neuartige Materialien mit speziell zugeschnittenen Funktionen sind die Grundlage des Fortschritts in praktisch allen Bereichen moderner Technologie. ct.qmat  setzt auf Quantenmechanik im atomaren Bereich, die in Verbindung mit der topologischen Physik sowie der chemischen und physikalischen Komplexität noch nie dagewesene Eigenschaften und Phänomene hervorbringt. Dieser Clusterantrag wird im Verbund mit der Universität Würzburg gestellt.

CeTI: Zentrum für Taktiles Internet
CeTI soll eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine vorantreiben. Eine künftige Anwendung ist  das Co-Working von Mensch und Maschine mit gegenseitigem Lernen. Dazu braucht es sowohl neue Kommunikationstechnologien zur Unterstützung von Echtzeit als auch das Verständnis des menschlichen Körpers und dessen Reaktionsvermögens.

DTRC: Translationales Regenerationscluster Dresden

Lebenslange Gesundheit durch Regenerationsforschung ist das Leitbild, nach dem das Cluster in einem ganzheitlichen Ansatz neue Behandlungs- und Präventionstherapien erforschen will. Im DTRC wollen Forscher der Lebenswissenschaften der TU Dresden, gemeinsam mit Medizinern des Universitätsklinikums, diesen Ansatz verfolgen. Langfristiges Ziel von translationaler Regenerationsforschung ist die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten und damit Senkung der Gesundheitsausgaben für chronische Krankheiten. Dabei geht es darum, Erkenntnisse zur Regeneration, die bei Tieren gelingt,  auf den Menschen zu übertragen und bis zur klinischen Anwendung zu führen.

DCM: Zentrum für Materiomik Dresden
Das DCM will neuartige programmierbare Materialien erforschen und entwickeln. Dabei stehen Technologien und Simulationswerkzeuge im Mittelpunkt, die die Übertragung von Materialeigenschaften und -funktionen auf der Nanoskala in Anwendungen auf der Makroebene ermöglichen – vom Bit zum Atom zum System.

Darüber hinaus wird bereits seit 2006 das Exzellenzcluster CRTD (Center for Regenerative Therapies Dresden) im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert. Da es mit insgesamt zwei Förderphasen die maximale Finanzierungslaufzeit aus Mitteln der Exzellenzinitiative erreicht hat, war hier kein Folgeantrag möglich. Das CRTD wird aber aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und der TU Dresden dauerhaft weiterfinanziert, um die hervorragenden wissenschaftlichen Arbeiten nahtlos fortsetzen zu können.

Für die beiden Projekte, die aufgrund des starken Wettbewerbs nicht zu Vollanträgen aufgefordert wurden, wird die TU Dresden nun überlegen, ob sie in Teilen gegebenenfalls über andere Förderprogramme realisiert werden können.

Der weitere Zeitplan im Exzellenzwettbewerb sieht vor, dass die Vollanträge für die Exzellenzcluster bis zum 21. Februar 2018 eingereicht werden müssen. Für September 2018 ist die Entscheidung über die Clusteranträge geplant, so dass die Exzellenzcluster ab Jahresbeginn 2019 starten können. Im Dezember 2018 werden dann die vollständigen Anträge für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten eingereicht. Silicon Saxony drückt auch für die kommende Runde fest die Daumen.

"Größte Anerkennung dafür für die Forscher und aktiv Beitragenden der Technischen Universität Dresden zu diesem wichtigen Etappenerfolg. Das ist eine tolle, ja einmalige Leistung. Besonders die beiden Vollanträge für die Erforschung der Zukunft der Mikroelektronik sowie im Bereich des "Taktilen Internets" zeigen die weltweit einzigartige Qualität der interdisziplinären Zusammenarbeit an der TU Dresden, an Europas führendem Halbleiter- und Internet of Things-Standort Sachsen. Nun viel Glück und Erfolg für die Vollanträge", sagt Heinz Martin Esser, Vorstand des Hightech-Branchenverbandes Silicon Saxony.

Weiterführende Links

www.tu-dresden.de  

Foto: CRTD