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Fraunhofer IPA: Care-O-bot® 4 macht sich selbstständig

  • Fraunhofer IPA: Care-O-bot® 4 macht sich selbstständig
    Die Weiterentwicklung des Care-O-bot für neue Anwendungsfelder erfolgt weiterhin am Fraunhofer IPA. Das Ziel: Der Assistenzroboter soll Menschen mit körperlichen Einschränkungen ein selbstbestimmtes Leben in ihren eigenen vier Wänden ermöglichen.

Angewandte Forschung ist von Beginn an auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet: Inzwischen hat der Care-O-bot® 4 Marktreife erlangt. Ulrich Reiser, der den Assistenzroboter über Jahre am Fraunhofer- Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA mitentwickelte, hat sich am 1. November mit seiner Ausgründung "Unity Robotics" selbstständig gemacht. Sein Ziel: Care-O-bot® 4 serienmäßig produzieren. Die Weiterentwicklung des Roboters für neue Anwendungsfelder erfolgt parallel dazu weiterhin am Fraunhofer IPA.

Seinen ersten Roboter hat Ulrich Reiser schon verkauft, bevor er sich überhaupt mit seinem Start-up "Unity Robotics" selbstständig gemacht hat: Als "Paul" begrüßt Care-O-bot® 4, entwickelt am Fraunhofer IPA, seit über einem Jahr beim Elektronik- Einzelhändler "Saturn" die Kunden und führt sie durch das Geschäft.

Seinem Beispiel sollen weitere Serviceroboter folgen, nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in Museen, Hotels und Krankenhäusern, auf Bahnhöfen oder Flughäfen. "Unser Ziel ist es, Care-O-bot® 4 zu kommerzialisieren und mit ihm Prozesse im Dienstleistungssektor zu automatisieren. Dabei soll der Roboter das immer knapper werdende Fachpersonal unterstützen, indem er einfache Tätigkeiten übernimmt", fasst der promovierte Ingenieur sein Unternehmensziel zusammen.

Ausgründung und Weiterentwicklung gehen Hand in Hand
Zum 1. November hat er sich mit "Unity Robotics" aus dem Fraunhofer IPA ausgegründet. Fünf Mitarbeiter und zwei Patente hat er mit seinen beiden Mitgründern Florian Weißhardt und Tim Fröhlich zu diesem Zweck von der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme übernommen. Während "Unity Robotics" sich mit der Kommerzialisierung des vorhandenen Roboters beschäftigt, wird am Fraunhofer IPA weiter an möglichen neuen Anwendungen gearbeitet, insbesondere der Unterstützung des Menschen im häuslichen Umfeld.

"Mithilfe seiner Sensoren soll Care-O-bot zukünftig in der Lage sein, auch komplexe Alltagssituationen korrekt zu erfassen und darauf aufbauend konkrete physische Unterstützung anzubieten. Dadurch sollen Menschen mit körperlichen Einschränkungen in der Lage sein, weiterhin selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden zu leben.", fasst Birgit Graf, die am Fraunhofer IPA die Gruppe Haushalts- und Assistenzrobotik leitet, das Ziel ihrer Forschungsarbeiten zusammen.

Entwicklungspartnerschaft von "Unity Robotics" und Fraunhofer IPA
Reiser sieht wie seine ehemalige Kollegin am Fraunhofer IPA großes Potenzial in der Zusammenarbeit der Forschungseinrichtung und ihres Spin-offs. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dem Fraunhofer IPA künftig Forschungssaufträge für die Entwicklung neuer Funktionen des Care-O-bot zu erteilen. Die letzten Schritte bis zur Marktreife übernehmen dann meine Mitarbeiter und ich.". Auf der anderen Seite ist es auch für das Fraunhofer IPA von Vorteil, wenn es seine Forschungsarbeiten auf einer produktreifen, praxiserprobten Plattform aufsetzen und verwerten kann.

Doch zunächst einmal will der frisch gebackene Unternehmer weitere Pilotkunden für sein Start-up gewinnen. "Ausschlaggebend ist für uns die Bereitschaft des Kunden, die letzten Entwicklungsschritte gemeinsam mit uns zu gehen und dann das Potenzial auszuschöpfen", sagt er. Die Serienfertigung des Care-O-bot® 4 soll dann 2018 starten. Bis dahin will "Unity Robotics" eine verlässliche Lieferkette aufbauen. "Dann wird es möglich sein, den Serviceroboter in kürzerer Zeit und in größeren Stückzahlen zu produzieren als wir das heute können."

Weiterführende Links

www.ipa.fraunhofer.de 
www.unity-robotics.de 
 www.care-o-bot-4.de

Foto: Fraunhofer IPA