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Software-Standort Dresden wächst

  • (v.l.n.r.): Alexander Tietze (Hightech Startbahn), Dr. Rico Petrick (Linguwerk GmbH), Michael Kaiser (Kompetenzfeldmanager Mikroelektronik/IKT der LHD), Marius Brade (Projekt Mind-Objects), Anne Loos (futureSAX) sowie Johannes Kersten (CareSocial GmbH).

Dresden ist eine der deutschen Hauptstädte für Software und IT. Softwareunternehmen aus der sächsischen Landeshauptstadt sind besonders auf Industriethemen und Softwareentwicklung an der Schnittstelle zu klassischen Industrien spezialisiert. Der Wirtschaftsstandort Dresden will speziell in diesem Bereich auch weiterhin dynamisch wachsen.



Globales Wachstum mit Industrie-Software

Software und IT nehmen bei globalen Trendthemen wie Industrie 4.0, Internet der Dinge und Cybersecurity eine Schlüsselrolle ein: Ohne Software, die enorme Datenmengen erfasst und auswertet, ist eine „intelligente" Produktion nicht möglich. Dresdens IT-Branche hat hierbei eine hohe Kompetenz und große Chancen auf dem Weltmarkt. In der Wirtschaftsregion ist das gesamte Technologiespektrum abgedeckt: Von Hardware und (Industrie-) Software über IT bis hin zu Services. „Dresdner Softwareunternehmen können Industriethemen technologisch beantworten und im Weltmarkt besetzen", sagt Michael Kaiser, Kompetenzfeldmanager für den Bereich Mikroelektronik/ IKT der Landeshauptstadt Dresden. „Vernetzung und Nähe sind weitere enorme Vorteile: In Europa gibt es keine Region, in der man Chipkonzerne, Forschungseinrichtungen und hochspezialisierte Zulieferer in einer so hohen räumlichen Dichte zu Software- und IT-Unternehmen vorfindet", so Kaiser weiter.

Softwarestandort Dresden boomt
Die Software- und IT-Branche wächst schnell: In weniger als sechs Jahren hat sich die Zahl der in Sachsen ansässigen Software-Unternehmen mehr als vervierfacht. Mit über 400 Firmen und etwa 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die Branche zu Dresdens am stärksten wachsenden Wirtschaftsbereichen: So liegt die durchschnittliche Wachstumsrate in der Beschäftigung bei 7,7 Prozent und befindet sich damit in der Dienstleistungsbranche in Sachsen, aber auch im Industrievergleich, unangefochten an der Spitze. Im Freistaat Sachsen arbeiten 20.000 Menschen in 2.700 Softwarefirmen, die einen Jahresumsatz von etwa 2,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Gleichzeitig ist Dresden einer der größte Softwarestandorte: Etwa die Hälfte der sächsischen IT-Arbeitsplätze befindet sich in Dresden. „Aufgrund der geballten Konzentration von Unternehmen und Forschungsinstitutionen verfügen Dresdner IT-Firmen über exzellente Kompetenzen und eine gute Ausgangslage, den Weltmarkt mit Lösungen für Industrie 4.0, Cybersecurity und Internet of Things zu versorgen", erklärt Kaiser.

Dresden ist Gründungsschmiede für Industriesoftware
Von der hohen Konzentration von Unternehmen und Forschungseinrichtungen profitiert die Wirtschaftsregion Dresden auch als Gründerstandort. Sachsens Landeshauptstadt ist einer der deutschen Standorte für Software-Gründungen. Der Schwerpunkt liegt nahezu ausschließlich auf Wirtschafts- und industrienaher Software. Schnell programmierte Apps und E-Commerce-Lösungen spielen so gut wie keine Rolle. Dresden hat sachsenweit die höchste Gründungsintensität und gehört zu den stärksten Gründungszentren der IKT Branche in Deutschland. Dabei kümmern sich ganz unterschiedliche Akteure um das Dresdner Gründergeschehen: Mit der Dresdner Exzellenzuniversität TU Dresden und den hier aktiven Gründerinitiativen verfügt die Stadt über sehr gute Voraussetzungen. Von den Hochschulen, aus denen die Ideen kommen über Dresden exists (Gründer in der Vorgründungsphase) und dem landesweiten Wettbewerb futureSAX bis hin zur Wagniskapitalfinanzierung durch die Hightech Startbahn werden Entrepreneurs rundum betreut. Gleichzeitig sind in den letzten vier Jahren mehrere Software- bzw. Technologieinkubatoren entstanden, die den jungen Softwareunternehmen das Wachstum erleichtern, so zum Beispiel ViRocket Science Center, sherpa.dresden oder Dresdens NanoCenter.

Dresdner IT-Firmen auf der CeBIT
Vom 16. bis 20. März präsentiert sich Dresdens IT-Wirtschaft auf der CeBIT. Insgesamt 24 Dresdner Unternehmen und Aussteller treffen auf der weltweit größten Messe für Informations- und Kommunikationstechnik Partner, Kunden und Investoren. Dazu gehören auch sieben Dresdner Startups, die ihre Geschäftsideen auf dem sächsischen Gemeinschaftsstand (Halle 5, Stand B 34) zeigen.

Zum Pressegespräch am 18. März sind folgende Firmen auf der CeBIT vor Ort:

Mind-Objects: Ideen schneller manifestieren
Am Gemeinschaftsstand mit dabei: Mind-Objects. Das Gründungsprojekt steckt noch in den Anfängen, denn die Gründungsidee entstand im Oktober 2014 - basierend auf der Doktorarbeit von Marius Brade. „Unsere Tablet-App ermöglicht das Arbeiten wie mit Stift auf Papier und bietet zusätzlich den großen Vorteil, dass Informationen während eines Gesprächs leicht umstrukturiert werden können. Dies gestattet ein weitaus effizienteres Arbeiten und Dokumentieren während Meetings. Durch die automatische Erstellung eines Wissensmodells im Hintergrund können unsere Kunden auf aufwendige manuelle Digitalisierung nach einem Meeting verzichten", erklärt Marius Brade, einer der Gründer von Mind-Objects. „Mittels unserer intuitiven Software können Kundengespräche strukturiert erfasst werden und Teams über einen Beamer gemeinsam an einem Thema arbeiten. Die Lösung richtet sich insbesondere an Unternehmen, die Anforderungen zur Softwareentwicklung mit ihren Kunden ausarbeiten", fährt Brade fort. Zirka 60 interessierte Firmen haben die drei Gründer aus Dresden bereits gewonnen, mit denen sie teilweise schon eng zusammenarbeiten.

CareSocial: Unterstützung des Pflegepersonals
Länger im Geschäft ist die CareSocial GmbH. 2007 als Startup gegründet entwickelt und vertreibt das Unternehmen mit neun Mitarbeitern Pflegesoftware für den Gesundheitsmarkt. Mehrere Tausend Anwender aus privatwirtschaftlichen Einrichtungen und sozialen Trägern können sie schon verzeichnen. „Wir bieten unseren Kunden alles, was ein moderner Pflegedienst, eine Tageseinrichtung, ein betreutes Wohnen oder auch ein Intensivpflegedienst braucht. Alle Anwendungen sind cloudbasiert und können somit schnell und effizient vernetzt werden", informiert Projektleiter Alexander Dittrich. „Unsere Kunden sind über die gesamte DACH-Region verteilt", so Dittrich weiter. Auf der CeBIT präsentiert das Unternehmen unter anderem die neu entwickelte Branchensoftware für Intensivpflegedienste. „Mit dem Produkt „CareIntense" decken wir nicht nur den Sektor der Intensivpflege-Einrichtungen ab, sondern erleichtern den Pflegeprozess mit einer intuitiven Pflegedokumentation und Primary Nursing Planungstools. Neu ist auch, dass wir eine digitale Kommunikationsschnittstelle (DKS) mit den Angehörigen entwickeln", konkretisiert Alexander Dittrich. CareSocial beteiligte sich auch am Cross Cluster Cooperation-Projekt "C3-Saxony", gefördert durch die EU. 

Linguwerk: Der Dialog zwischen Mensch und Maschine
Seit 2011 ist die Linguwerk GmbH am Markt präsent. Das Unternehmen hat seinen Schwerpunkt auf Spracherkennung, Sprachsynthese und Dialogsteuerung gelegt. „Unsere Kunden sind sehr vielschichtig. Wir bedienen Unternehmen aus der Medizin- und Informationstechnik ebenso wie die Bereiche Automotive sowie Consumer- und Hauselektronik. Für VW, Citrix und zahlreiche weitere Kunden entwickeln wir maßgeschneiderte Lösungen", erklärt Karina Matthes, Geschäftsführerin der Linguwerk GmbH. Das junge Technologieunternehmen ist mit einer Idee im Bereich Sprach- und Wissensförderung gestartet. Mit der Lingunia-Lernwelt können Kinder ab 4 Jahren spielerisch in ihrer Sprachentwicklung gefördert werden. Neu ist das entwickelte Plüschtier Lingufino, das einen echten Dialog zwischen Spieler und Spielfigur ermöglicht. Ein weiteres Produkt der Linguwerk GmbH ist der kleinste Spracherkenner der Welt „Picard ASR", den die Linguwerk GmbH auf der CeBIT 2015 vorstellt. „Picard ASR" ist für den Einsatz in sehr kleinen und preisgünstigen Mikrocontrollern geeignet. „Damit ist er wie geschaffen für sprachgesteuerte Mensch-Maschine-Interfaces für High-End-Lifestyle-Produkte, aber - und das ist neu - auch für Konsumgüter im mittleren und niedrigen Preissegment", schließt Matthes.

Weiterführende Links

www.dresden.de
www.invest.dresden.de  
www.c3-saxony.eu
www.linguwerk.de

Foto: DMG/Martin Klauss