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Sachsens Wissenschaftsministerin plädiert für engere Zusammenarbeit mit Frankreich

Zu Gesprächen über eine engere Zusammenarbeit zwischen Sachsen und der Region Rhones-Alpes auf dem Gebiet der Mikroelektronik ist Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer im Februar 2014 nach Frankreich gereist. Begleitet wurde sie von einer Delegation von Wissenschaftlern und Vertretern des „Silicon Saxony“ und dem Spitzencluster Cool Silicon.

„In dieser für die gesamte europäische Wirtschaft bedeutsamen Schlüsseltechnologie wollen wir den Schulterschluss zu unseren französischen Nachbarn bekräftigen. Unser Ziel ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Sachsen und der Region Rhones-Alpes auf dem Gebiet der Mikroelektronik“, erklärt die Ministerin. Sie besuchte das Cluster Minalogic, die European Synchrotron Radiation Facility ESRF, das Forschungsinstitut Laboratoire d`electronique des technologies de l`ìnformation LETI und das Halbleiterunternehmen STMicroelectonics in Crolles.

Dabei unterzeichneten Vertreter aus verschiedenen europäischen Mikroelektronik-Clustern ein gemeinsames Papier zur Unterstützung der europäischen Strategie für Mikro- und Nanoelektronik. „Silicon Europe“, wie sich die gemeinsame Initiative nennt, wird von der Europäischen Kommission gefördert und von „Silicon Saxony“ koordiniert.

„Ich verspreche mir von der Intensivierung der guten Beziehungen insbesondere zwischen den Mikroelektronikregionen Sachsen und Grenoble wertvolle Anstöße für gemeinschaftliche Forschungsaktivitäten und für eine Stärkung der europäischen Mikroelektronik-Industrie“, kommentierte Staatsministerin von Schorlemer den Vertragsschluss.

Im Beisein der sächsischen Ministerin und des Präsidenten der Region Rhone-Alpes unterzeichneten außerdem der kaufmännische Vorstand des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), Professor Dr. Peter Joehnk, und der Generaldirektor der ESRF, Professor Dr. Francesco Sette, einen Vertrag über eine fünfjährige Forschungszusammenarbeit. Das HZDR unterhält an der ESRF seit vielen Jahren eine Außenstelle.

„Unsere beiden Messstationen werden von internationalen Nutzergruppen stark nachgefragt“, erläutert Joehnk. „Das brillante Röntgenlicht, das uns die ESRF zur Verfügung stellt, hat so schon zu vielen wichtigen Ergebnissen gerade auch für die Mikro- und Nanoelektronik beigetragen. Aktuelle Forschungen beschäftigen sich beispielsweise mit speziellen magnetischen Halbleitern oder mit Materialien für nicht-flüchtige Speicher und effizientere Solarzellen.“

Gespräche führte die Ministerin außerdem mit weiteren Unternehmen der Branche, mit Universitäten sowie mit ranghohen politischen Vertretern der Stadt Grenoble und der Region Rhone-Alpes, u. a. mit dem Präsidenten der Region, Jean-Jack Queyranne. „Die europäischen Akteure der Mikro- und Nanoelektronik stehen vor großen technologischen, aber auch vor wirtschaftlichen Herausforderungen“, unterstreicht von Schorlemer. „Immer mehr Staaten, vor allem die USA und etliche Länder in Asien, haben die besondere Bedeutung der Schlüsseltechnologie Mikroelektronik für die gesamte Weltwirtschaft erkannt. Wenn wir in Europa weiterhin die besten Autos, Maschinen und Medizintechnikinstrumente der Welt bauen wollen, benötigen wir exzellente Kompetenzen in der Mikroelektronik und vergleichbare Wettbewerbsbedingungen mit anderen Regionen der Welt.“ Diese Forderung richtete die Ministerin auch in einer Rede an die politischen Vertreter in Brüssel und an die Mitgliedstaaten der EU.