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Die 10 Finalisten des Cool Silicon Art Awards stehen fest

Die 10 Finalisten des diesjährigen Cool Silicon Art Awards nähern sich dem Thema „Energieeffizienz“ auf ihre ganz eigene Weise. Ausgewählt von einer Jury von Vertretern aus Kunst, Technologie und Forschung, bringen sie ihre Ideen nun in die sächsische Landeshauptstadt.

Dort zeigen sie ihre Werke vom 5. Juli bis 25. August 2013 in der Halle 4 der Messe Dresden. Am Abend des 23. August 2013 wird der mit 10.000 Euro dotierte Cool Silicon Art Award an den Preisträger übergeben.

Zu den Finalisten gehören unter anderem:

Suus Baltussen (NL): Skulptur „Refreshment“


Die Installation von Baltussen setzt sich mit in Herstellungsprozessen und den resultierenden Produkten sowie deren Gebrauch auf zweiter Ebene auseinander, indem dementsprechende Komponenten in einen artifiziellen Zusammenhang gestellt werden. Statt die Rohstoffe in einen Kreislauf der industriellen Wiederverwendung zu geben, wird unter künstlerischen Aspekten die Wiederverwertung ausgesonderter Rohstoffe thematisiert und visuell umgesetzt: Bereits eingesetzte Energie, die Ihren Zweck im Nutzen unter Beweis stellte, wird auf anderer Ebene zugänglich gemacht.

Ulu Braun (D): Video „WESTCOAST“

Ulu Braun thematisiert die Technisierung der Welt und die unvernünftigere Weise damit einhergehende Zerstörung der Lebensgrundlage des Menschen. Die Grundlage kann nur erhalten bleiben, wenn Technik sinnvoll und effizient eingesetzt wird, die mögliche Umkehr ist in der letzten Szene thematisiert: Vor uns der Zerfall, aber noch intakte Natur im Rücken – wofür werden wir uns entscheiden?

Katja Davar (UK, D): Videoanimation „Grammar“

Das Video von Davar zeigt anhand von mit Speicherchipstrukturen bedruckten Gebetsfahnen sehr schön die Zusammenhänge von Technik sowie den Zusammenhang des Ausdrucks der Vergötterung der Technik durch die Applikation auf tibetische Gebetsfahnen, sowie den Zusammenhang mit Wind, einer natürlichen Ressource von Energie.

François du Plessis (ZA): Installation „Slash“

Auch die Installation „Splash“ trägt energetische Aspekte in sich: Teilchen sammeln sich, es finden Prozesse der Zentrierung statt, ähnlich der Atomphysik/Teilchenphysik und werden über das Medium der Wissensvermittlung (Bücher) versinnbildlicht. Dabei werden intellektuelle Prozesse, auch eine Art energetischer Veränderung, über das Medium Buch einerseits, andererseits durch die optische Art der Anordnung dargestellt. Komplexe Prozesse, eine Art Konzentration im Sinne der Speicherung, werden aufgezeigt.

Carlo Salvatore Laconi iii (I): Skulptur „Connecting Landscape“

Damit Menschen in Kontakt treten, mussten früher teilweise große Entfernungen zurückgelegt werden. Mit zunehmender Technisierung, nicht zuletzt durch die Möglichkeit mit Technik große Mengen von Informationen auszutauschen, kann der dementsprechende Aufwand reduziert werden. Durch die topographische Verbindung von Speicherchips und Natur/entlegenen Orten, visualisiert Laconi den sinnvollen Einsatz von Technik bei gleichzeitigem Ermöglichen des intensiven Austauschs ohne die Natur nachhaltig zu belasten.

Davide Quayola und Memo Akten (I, UK): Video „Forms“

Bei Quayola wird sehr offensichtlich das Thema Energie im Raum, deren Verbleib und Transport durch kleinste Teilchen aufgezeigt (eine sehr überraschende und künstlerisch sowie technisch anspruchsvoll und visuell ausgewogene Arbeit, welche Technik und Kunst unter dem Gesichtspunkt des vorgegeben Themas grandios umsetzt). Energie, die sich durch Bewegung, Standortänderung usw. äußert, wird durch das Mittel der künstlerischen Abstraktion visualisiert. Aber nicht nur diese Energieumsetzung, sonst auch für das menschliche Auge sichtbar, wird bildhaft vermittelt. Auch die Teilchenbewegung im Raum, durch Verdrängungsprozesse verursacht, wird sichtbar gemacht. Energie ist mehr, als der Mensch durch seine Sinne wahrnehmen kann.

Daan Roosegaarde (NL): Video „Smart Highway“

Sich der natürlichen Energie zu bedienen liegt auf der Hand, wenn es darum geht, sich mit dem Thema Energieeffizienz auseinander zu setzen. Daan Roosegaarde hat eine Farbe erfunden, die tagsüber durch Lichtenergie in der Lage ist, Energie zu speichern. Diese wiederum wird bei Dunkelheit wieder in Lichtenergie umgewandelt und diese kann über einen langen Zeitraum abgegeben werden. Praktisch bedeutet das, dass auf künstlich hergestellte Energie bei der Beleuchtung von Straßen und Städten verzichtet werden kann, da die Energie, aus einer natürlichen Ressource stammend, für diesen Zweck über den Zwischenspeicher der intelligenten Farbe genutzt werden kann. Die perfekte Symbiose von Kunst und technischer Innovation!

Michiel Koelink (NL): Video-Computerprojektion „Spitzenkoerper“

Die Arbeit von Koelink ist nicht nur ein Video, sondern Echtzeit-Software. Spitzenkörper ist ein sich ständig weiterentwickelndes Kunstwerk, das durch das Wachstum eines Pilzgeflechtes inspiriert ist. Von mehreren Punkten ausgehend ist zu sehen, wie sich ein Rechenmodell eines Pilzes entwickelt, das organische Geflecht verzweigt sich durch den Raum während das Modell langsam rotiert. Jedes Mal werden andere Parameter für die Visualisierung des Wachstums verwendet. ‚Spitzenkörper’ als generative Grafik konzentriert sich auf die Ästhetik von Wachstum und Veränderung.