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Universität Leipzig veranstaltet Sommeruniversität in Digitalen Geisteswissenschaften

„Die öffentlichen Vorlesungen drehen sich um Fragen wie Was bedeutet es, Geisteswissenschaftler in einer digitalen Welt zu sein? Welches sind die Herausforderungen, die Veränderungen und die Möglichkeiten, denen sich die Geisteswissenschaften stellen müssen und mit ihnen die Informatik und die anderen Wissensgebiete, die mit den Digital Humanities interagieren? Welche Folgen hat die Digitalisierung für ihre Arbeit?“, erläutert Professorin Dr. Elisabeth Burr vom Institut für Romanistik der Universität Leipzig. Referenten sind unter anderem der Humboldt-Professor an der Universität Leipzig, Gregory Crane, Ray Siemens von der University of Victoria in Kanada sowie Christof Schöch von der Universität Würzburg.

Die Veranstaltung richtet sich an 60 Teilnehmer aus dem In- und Ausland. Sie will Studierende am Ende des Hauptstudiums und Nachwuchswissenschaftler aus den Geisteswissenschaften, den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und den Bibliothekswissenschaften als gleichwertige Partner zu einem interdisziplinären Wissens- und Erfahrungsaustausch zusammenführen und so die Voraussetzungen für künftige projektorientierte Kooperationen und Netzwerkbildungen über die Grenzen der Disziplinen hinweg schaffen. Dazu will sie einen Raum zum Diskutieren, Erwerben und Ausbauen von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in computergestützten Methoden und Analyseverfahren schaffen. Diese bestimmen zunehmend die Arbeit in den Geistes- und Kulturwissenschaften, in Verlagen, Bibliotheken und Archiven.

„Mit der Ausschreibung der Sommeruniversität ist auch ein Aufruf zur Präsentation von Projekten verbunden. Besonders von den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern erwarten wir, dass sie ihre Projekte vorstellen“, sagt Burr. Zusätzlich ist die Vorstellung drittmittelgeförderter Projekte der digitalen Geisteswissenschaften, der Informatik und der Ingenieurwissenschaften geplant. Die Podiumsdiskussion ist der Frage gewidmet, wie die zwischen Geisteswissenschaften, Bibliotheken und Informatik bestehenden Synergien und Antagonismen im Sinne der Digital Humanities – dem Einsatz von digitalen Werkzeugen und Methoden in den Geisteswissenschaften – am besten genutzt bzw. aufgelöst werden können.Geisteswissenschaftlern will die Sommeruniversität die Möglichkeit bieten, fundierte Kenntnisse in der Anwendung von computationellen Methoden bei der Digitalisierung, Beschreibung, Analyse und Produktion von geisteswissenschaftlichen Inhalten und Artefakten wie Sprachen, Texten oder Bildern zu erwerben. Zudem sollen die damit verbundenen theoretischen Fragen diskutiert und neue Perspektiven hinsichtlich des Studiums und der Pflege von Sprachen, Kulturen und des kulturellen Gedächtnisses sowie der Übersetzung zwischen Kulturen entwickelt werden.

Teilnehmern aus der Informatik und den Ingenieurwissenschaften will die Sommeruniversität die Gelegenheit geben, Einblicke in die Natur geisteswissenschaftlicher Daten zu bekommen, Anwendungsgebiete computationeller Methoden in den Geisteswissenschaften kennenzulernen, sich dem andersgearteten Umgang mit diesen Methoden und den Fragen der Geisteswissenschaften zu stellen.

„Die Sommeruniversität soll auch der Netzwerkbildung über Disziplinen, Sprachen und Kulturen, Länder und Kontinente hinweg dienen“, erklärt Burr. Deshalb werde nicht nur den Plenarveranstaltungen, sondern auch dem geplanten reichhaltigen Rahmenprogramm große Bedeutung beigemessen. Geplant sind unter anderem thematische Stadtführungen sowie Besuche von Museen und Ausstellungen.