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Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie für die moderne Luftfahrtindustrie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Luftverkehr der Zukunft ist ein Motor für die Weiterentwicklung der globalen, hoch vernetzten Zivilisation. Daran haben auch mitteldeutsche und vor allem sächsische zum Teil hochspezialisierte Unternehmen einen wichtige Anteil – nicht zuletzt Dank der hiesigen Mikroelektronik-Expertise.

Doch die traditionellen Flugzeugbauer wie Airbus und Boeing stoßen zunehmend an ihre Grenzen: Ihre Ingenieure haben die Entwicklung in den letzten Jahren rasant vorangetrieben, nun stellt die Physik weiteren Technologiesprüngen hohe Hürden in den Weg – dies gilt sowohl für die Batterietechnik als auch für Antriebe und die Flügelgröße. Doch die Industrie ist deshalb keinesfalls innovationsmüde.

Ein Beispiel ist das Konsortium „Energy Efficient Aviation Solutions“, das sich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung für das Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ beworben hat und nun in die engere Auswahl gekommen ist. Zu diesem Konsortium zählen Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hamburg.

„Die Konsortialpartner haben sich ein gemeinsames Ziel gesetzt: Sie wollen mittels neuer Technologien den Energieverbrauch der Flugzeuge und damit auch Kosten senken und dazu beitragen sie umweltschonender herzustellen und vor allem zu betreiben“, erklärt Dr. Wolfgang Göhler, Geschäftsführer der HTS GmbH und Vorstandsvorsitzender des Konsortiums.

Der Schlüssel für dieses Vorhaben ist nicht zuletzt die in Silicon Saxony vorhandene Expertise im Bereich energieeffizienter Mikro- und Nanoelektronik. Die hier entwickelten Technologien können zum Beispiel die Wartung und Kontrolle stark beanspruchter Strukturen in Flugzeugen vereinfachen. Doch nicht allein diese Kompetenz zeichnet die Konsortialpartner aus: Sie arbeiten ebenso an neuen Verbundwerkstoffen und energieeffizienten Verarbeitungstechnologien.

Mit ihrer Arbeit tragen die beteiligten Unternehmen zur Lösung einer globalen Herausforderung bei: Das Passagieraufkommen der zivilen Luftfahrt nimmt immer weiter zu – ökonomisch und ökologisch ist dies zukünftig nur zu bewältigen, wenn die einzelnen Fluggeräte in Herstellung und Betrieb deutlich ressourceneffizienter sind und im Einsatz weniger Schadstoff- und Lärmemissionen verursachen. Diese Energie- und Ressourceneffizienz ist auch der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie – Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit sind jene Innovationsfelder, mit denen sich Europa von Konkurrenten wie Brasilien, China, Russland und Kanada abheben kann. Doch die hierfür nötigen Forschungs- und Entwicklungsleistungen können Industrieunternehmen nicht allein stemmen – hier kommt es auch auf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Hochschulen an.

Allein die sächsische Luftfahrtbranche zählt etwa 150 Unternehmen und Forschungsinstitute mit 6.800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von  etwa 865 Millionen Euro Jahresumsatz. Der Großraum Berlin-Brandenburg ist mit ca. 120 Unternehmen und rund 25.000 Beschäftigten nach München und Hamburg/Bremen/Niedersachsen zum dritten wichtigen Standort für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie aufgestiegen. Dabei ist Berlin-Brandenburg wie auch Sachsen durch eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen und eine große Zahl an wissenschaftlichen Einrichtungen, Instituten, Universitäten und Hochschulen geprägt. Die hier vorangetriebenen Technologieentwicklungen finden sich bereits heute in modernen Großfliegern wie dem A380 und dem A350 und bleiben auch in Zukunft ein wichtiger Baustein für eine starke deutsche und europäische Luftfahrtindustrie.

Der Konsortialantrag „Energy Efficient Aviation Solutions“ wurde aus 59 Beiträgen ausgewählt. Die Clusterpartner stellen ihn am 16. und 17. Juli 2013 der Jury in Berlin detailliert vor.