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Hohe Rechenleistung und warmes Wasser zu niedrigen Kosten: Das Cool-Start-up AoTerra

Staatsminister Frank Kupfer (li.) besichtigt die intelligente Heizungstechnik mit Dr. Jens Struckmeier, Geschäftsführer AoTerra GmbH (re.) Foto: SAENA

Das Spitzencluster Cool Silicon unterstützt das Dresdner Hochtechnologie-Start-up AoTerra GmbH beim Wachsen. Das Unternehmen nutzt die Abwärme von Rechenzentren für die Wärmeversorgung von Haushalten – und beweist damit das Marktpotential von energieeffizienter Informations- und Kommunikationstechnologie. 

Der Trend „Cloud Computing“ ist allgegenwärtig: Firmen, Privatpersonen und Verwaltungen nutzen zunehmend die Möglichkeit, über das Internet auf Rechenleistung und Datenspeicher zuzugreifen. Angefangen von webbasierten Spielen über E-Mails bis hin zu Verwaltungssoftware, Datensicherung und umfangreichen Rechenaufgaben – die für diese Angebote genutzten Rechenzentren benötigen Energie, viel Energie. Laut Umweltministerium entfielen 2011 fast 2 Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs allein auf Rechenzentren. Tendenz steigend. Dabei wird der Strom nicht effizient genutzt: Ein nicht unerheblicher Teil der eingesetzten Energie wird als Wärme in die Umgebung abgegeben. Ein Fakt, den sich die Dresdner AoTerra GmbH zu Nutze macht. Das Unternehmen betreibt ein weit verteiltes, virtuelles Rechenzentrum, dessen Einzelkomponenten in Bürogebäuden und Wohnhäusern stehen und diese mit ihrer Abwärme heizen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die benötigten Serverräume müssen nicht erst errichtet werden und die sonst aufwändige Kühlung der Systeme entfällt. Damit halbieren sich die Kosten für die Bereitstellung der Rechenleistung – und die Heizkosten sinken gleich mit. 

Die Idee entstand am Institut für Systemarchitektur der Informatikfakultät der Technischen Universität Dresden. Seit Januar 2013 stehen 12 der AoTerra-Server in einem Wohnkomplex in Dresden und heizen dort sowohl die Wohnungen als auch das Trinkwasser. Die Abwärme jedes Rechners reicht aus, um je eine Wohnung zum Nulltarif zu beheizen. Der sächsische Umweltminister Frank Kupfer lobt das Unternehmen und seine Technologie: „Diese Idee ist so einfach und doch genial, dass man sich fragt, warum eigentlich erst jetzt jemand darauf gekommen ist«, sagte der Umweltminister. »Dieses Projekt ist sachsen- und sogar deutschlandweit einzigartig. Ich hoffe, dass die Technologie die hohen Erwartungen erfüllt und bald auch in anderen Häusern zum Einsatz kommt.“ „Die AoTerra GmbH zeigt, dass der zentrale Forschungsgedanke von Cool Silicon, nämlich energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnologie zu entwickeln, keine Zukunftsmusik ist. Energieeffizienz bedeutet nicht nur, den Energiebedarf zu senken, sondern auch, die eingesetzte Energie effizient zu nutzen. Wie das erfolgreich gelingen kann, zeigt das Cool-Start-up AoTerra“, erklärt Thomas Reppe, Clustermanager des sächsischen Spitzenclusters.