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Sicherheitsherausforderungen für die global vernetzte Gesellschaft

Sicherheitsherausforderungen für die global vernetzte Gesellschaft
Sicherheitsherausforderungen für die global vernetzte Gesellschaft

Beim 11. Silicon Saxony Symposium diskutieren Vertreter aus Industrie und Politik unter dem Thema „Megatrend Sicherheit“ die Chancen und Herausforderungen einer vernetzten Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen dabei die Aspekte Betriebssicherheit (Safety) und Angriffssicherheit (Security). Zu Gast sind unter anderem der Staatssekretär Stéphane Beemelmans aus dem Bundesministerium für Verteidigung, die EADS-Tochter Cassidian, der Softwarespezialist T-Systems Multimedia Solutions und das Sicherheitssoftwarehaus Symantec.

Datendiebstahl, Spionageangriffe auf Kraftwerke, Hackerattacken auf Internetanbieter, Banken und Autos – schaut man in die Zeitungen der letzten Wochen und Monate, zeichnet sich ein bedrohliches Szenario. Informations- und Kommunikationstechnologie ist allgegenwärtig, ob bei Privatpersonen, in Unternehmen oder öffentlichen Strukturen. Sie ermöglicht Fortschritt, Wachstum und Prosperität – und stellt ihre Nutzer gleichzeitig vor eine große Herausforderung: Sie machen anfällig für Cyberattacken. Die Teilnehmer des Silicon Saxony Symposiums, das heute in Dresden stattfindet, diskutieren die verschiedenen Facetten des globalen Megatrends Sicherheit und die damit einhergehenden Herausforderungen für moderne Informations und Kommunikationstechnologie.

Je stärker die Vernetzung desto höher das Risiko durch Cyberkriminalität
Industrieprozesse und sicherheitskritische Infrastrukturen, wie zum Beispiel das Transportwesen, die Energieversorgung oder auch Militärstrukturen, sind immer stärker vernetzt. Sie profitieren von der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie, mit deren Hilfe Prozesse automatisiert, präzisiert und beschleunigt werden können. Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) hat zwei Seiten: „So wie Privatpersonen Trojaner, Viren und andere Spionageprogramme mit Spezialsoftware von ihrem Computer fernhalten wollen, müssen Firmen ihre sensiblen Produktions- und Wirtschaftsdaten und natürlich ihr Know-how vor neugierigen Konkurrenten schützen. Beim Thema Sicherheit geht es aber um viel mehr als Datensicherheit“, erklärt Heinz Martin Esser, Vorstand des Silicon Saxony e.V.. „Denn die IKT hat nicht nur eine Software- sondern auch eine Hardwarekomponente – die Mikro- und Nanoelektronik. Die Chips, Sensoren und Übertragungsmodule, das ist das Herz der vernetzten Gesellschaft.“

Megatrend Sicherheit aus verschiedenen Perspektiven betrachtet

Die Experten diskutieren auf der Veranstaltung daher einerseits über die Bedrohungen aus dem Internet und zeigen konkrete Gefährdungspotentiale, zum Beispiel durch die Manipulation von Fahrassistenzsystemen in Fahrzeugen oder durch Industriespionage. Andererseits thematisieren sie die Rolle sicherer Hardware und die Bedeutung einer starken europäischen Mikroelektronik. „Wir müssen uns fragen: Was nützt die sicherste Software, die durchdachteste Datenstruktur, wenn die Hardware, auf der sie installiert ist, selbst ein Einfallstor für Cyberattacken darstellt? Wenn Chips und Sensoren quasi werkseitig bereits so konfiguriert sein können, regelmäßig „nach Hause zu funken“, wie sicher können dann moderne militärische Systeme, Firmendaten, Kraftwerke und Verkehrsleitsysteme sein?“, so Esser.

„Mit der Produktion wandert auch die Technologiehoheit ab“
Die Teilnehmer kommen zu einem beunruhigenden Fazit: Cyberkriminalität wird zunehmend professioneller und nutzt die freiwillige wachsende Vernetzung in Industrie und Gesellschaft. Für eine auch zukünftig starke europäische Wirtschaft brauche es daher eine starke europäische Mikroelektronik. „Die ansässigen Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen haben in der Vergangenheit die Grundlagen für eine sichere Informations- und Kommunikationstechnologie gelegt und werden weiterhin Technologietreiber sein“, so der Silicon Saxony-Vorstand. Die Produktion der Technologie und die Forschungs- und Entwicklungskompetenz wandere jedoch zusehends ab – und mit ihr die Kontrolle über wirklich sichere IT. „Diese Entwicklung betrifft nicht nur die Mikroelektronikbranche – auch die europäische Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Luft- und Raumfahrtbranche sind auf Produktinnovationen auf Basis der Mikroelektronik
angewiesen. Um den zukünftigen Herausforderungen – nicht nur in Fragen der Sicherheit – gewachsen zu sein, braucht es daher auch die Unterstützung der europäischen Politik“.

Bildmaterial: Silicon Saxony