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Freistaat Sachsen und Silicon Saxony entsenden Standortbotschafter in die USA

v.l.n. r. Heinz Martin Esser, President, Silicon Saxony, Dr. Udo Nothelfer, Standortbotschafter Silicon Saxony, Hartmut Fiedler, Staatssekretär für Wirtschaft und Arbeit im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
v.l.n. r. Heinz Martin Esser, President, Silicon Saxony, Dr. Udo Nothelfer, Standortbotschafter Silicon Saxony, Hartmut Fiedler, Staatssekretär für Wirtschaft und Arbeit im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Der Freistaat Sachsen und der Silicon Saxony e.V. wollen sächsischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen den Zugang zum US-Markt erleichtern. Ein Standortbotschafter soll ihnen Kooperationsmöglichkeiten erschließen und Wege eröffnen. Das Wirtschaftsministerium und der Silicon Saxony e. V. übernehmen gemeinsam die Finanzierung dieser Initiative.

„Der Standortbotschafter erleichtert sächsischen Unternehmen den Zugang zur Spitze der Technologieentwicklung in der Halbleiter-Branche“, erklärt Staatssekretär Hartmut Fiedler. „Dadurch können die Unternehmen neue Märkte erschließen und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern. Sowohl die sächsischen Unternehmen als auch der Standort Sachsen selbst werden international sichtbarer.“

Fiedler übergab einen Förderbescheid an Heinz Martin Esser, Vorstand des Branchennetzwerkes Silicon Saxony, das nun einen Repräsentanten an das College of Nanoscale Science and Engineering (CNSE) in Albany entsenden kann. Standortbotschafter wird Dr. Udo Nothelfer, der ehemalige Geschäftsführer des Chipherstellers Globalfoundries in Dresden. Er verfügt über 30 Jahre Erfahrung in der Halbleiterindustrie und kennt sich aufgrund seiner herausragenden Expertise mit den Zukunftsthemen der Branche bestens aus.

„Mit dem Standortbotschafter gestalten wir aktiv die Zukunft der Halbleiterbranche in Sachsen als Europas wichtigstem Standort der Mikro- und Nanoelektronik mit. Wir sind jetzt mit dabei, wenn die Industrie den Übergang in die nächsten Fertigungstechnologien vorbereitet“, sagt Esser. „Das Projekt kann dabei als Hebel für Innovationen und Wachstum in Sachsens Wirtschaft und Forschung auch außerhalb der Mikroelektronik-Branche wirken.“

In Sachsen und in den USA wird intensiv an der nächsten Generation der Halbleiter-Fertigungstechnologie auf 450-Millimeter-Wafern geforscht. Um diesen globalen Technologiesprung aktiv mitzugestalten und so den Standort Silicon Saxony langfristig zu sichern, soll der Standortbotschafter Kooperationen in der Halbleitertechnologie in den USA vorantreiben.

„Schon beim Durchbruch des aktuellen 300-Millimeter-Fertigungsstandards nahm die sächsische Halbleiterbranche eine Vorreiterrolle ein“, erläutert Nothelfer. „Mit dem Botschafter-Programm können wir unsere Erfahrung und Kompetenz nun noch besser einbringen und vom Austausch mit Unternehmern und Forschern in den USA profitieren.“ Weitere Themen, zu denen Kooperationen ausgelotet beziehungsweise initiiert werden sollen, sind die Weiterentwicklung der 300-Millimeter-Wafer-Technologie sowie des dazu erforderlichen Prozess-Equipments, die Entwicklung von Equipment und Prozesstechnologien im Bereich MEMS und 3D-Integration sowie die standortübergreifende Zusammenarbeit bei industriellen Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Enstanden ist die Idee eines Standortbotschafters der sächsischen Halbleiterindustrie auf einer Delegationsreise des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich im April 2013, an der auch Staatssekretär Fiedler teilnahm. Eine wichtige Station der Delegationsreise war ein Treffen mit Vertretern des College of Nanoscale Science and Engineering (CNSE) an der University at Albany – State University of New York, bei dem eine Kooperationsvereinbarung zu strategischen Industriethemen vereinbart und unterzeichnet wurde.

Das Projekt ist zunächst für ein Jahr befristet und hat einen Umfang von 160.000 Euro. Finanziert wird es durch den Freistaat Sachsen gemeinsam mit Partnern aus der sächsischen Technologiebranche. Es beteiligen sich AIS Automation Dresden GmbH, Cascade GmbH, DAS Environmental Expert GmbH, Fäth GmbH, HAP Handhabungs-, Automatisierungs- u. Präzisionstechnik GmbH Dresden, HSEB Dresden GmbH, Peergroup GmbH, Qoniac GmbH, Roth & Rau-Ortner GmbH, Semsysco GmbH, TU Dresden - Fakultät Informatik - Institut für Angewandte Informatik, Vistec Electron Beam GmbH, ZNT AG, sowie der Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik unter Leitung von Professor Dr. Hubert Lakner.

Unterstützt wird Standortbotschafter Dr. Udo Nothelfer von einem Praktikanten der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS). Franz Selbmann,  Student der Elektrotechnik- und Sensormaterialien an der TU Bergakademie Freiberg, hat den Beginn seines Praktikums im Mai genutzt, um sich bei Silicon Saxony in Dresden auf seine Aufgaben in Albany vorzubereiten. Ab sofort ist er in den USA und wird dort, mit Finanzierung durch die WFS, bis August tätig sein. Mitte Juni reisen sächsische Unternehmer nach Albany, um sich mit Vertretern des „Global 450 Consortium“ (G450C) zum Thema „Green Manufacturing“ auszutauschen. In diesem amerikanischen Konsortium haben sich Chipunternehmen wie IBM, Intel, Samsung, TSMC und Globalfoundries mit Forschungsinstitutionen aus dem US-amerikanischen Bundesstaat New York in einem Public-Private-Partnership-Model zusammengetan.

College of Nanoscale Science and Engineering (CNSE)
Global 450 Consortium (G450C)

Foto: Pressestelle/SMWA