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"Silicon Germany" ergreift die Initiative für eine starke deutsche Mikroelektronik

Chipproduktion bei Globalfoundries in Dresden.
Chipproduktion bei Globalfoundries in Dresden.

Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bündeln ihre Kräfte für eine starke deutsche Mikroelektronik: Am Rande der Semicon Europa formierte sich in Dresden die „Arbeitsgruppe Silicon Germany“. Geleitet wird dieses hochrangige Gremium durch Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer, zuständig auch für die Technologiepolitik im Freistaat, sowie durch den früheren Infineon-Vorstandsvorsitzenden Peter Bauer.

„Mit ‚Silicon Germany’ wollen wir der erfreulichen Entwicklung Rechnung tragen, dass sich immer mehr nationale Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft unserem Kreis angeschlossen haben“, erläutert Ministerin von Schorlemer. Im Gremium sind u. a. der Silicon Saxony e. V., Globalfoundries, Infineon, X-Fab, NXP, Bosch, T-Systems, SAP, Intel, ZMDI, der ZVEI, die TU Dresden sowie die Fraunhofer-Gesellschaft vertreten. An der Sitzung nahm erstmals auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung durch den für Schlüsseltechnologien zuständigen Abteilungsleiter teil.

Der Name erinnert daran, dass die Gruppe aus der in Vorbereitung des IT-Gipfels 2010 in Dresden entstandenen regionalen „Arbeitsgruppe Mikroelektronik“ hervorgegangen ist. Sie setzt sich für eine Stärkung der sächsischen und deutschen Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie für die gesamte deutsche Wirtschaft ein. Die Mikro- und Nanotechnologie legt den Grundstein für eine moderne Fertigung. Intelligente Chips und die dazugehörige Software übernehmen im Zeitalter von „Industrie 4.0“ immer mehr Steuerungsprozesse. Im Maschinen- und Anlagenbau, in der Umwelt- und Medizintechnik sowie im Automobilbau ist die Mikro- und Nanoelektronik nicht mehr wegzudenken.

Die Arbeitsgruppe weist seit über drei Jahren auf die besondere Rolle der Mikroelektronik und der Informations- und Kommunikationstechnologie für große Teile der deutschen Industrie hin. Danach müsse die Mikroelektronik nicht nur als Schlüsseltechnologie für Deutschland und Europa anerkannt werden. Auch die Schaffung eines besseren Investitionsklimas durch faire Wettbewerbsbedingungen im globalen Maßstab und der Ausbau grenzübergreifender Kooperationen in Forschung, Entwicklung und bei Pilotlinien seien wichtige Faktoren für den langfristigen Erfolg und die signifikante Erhöhung der Halbleiterproduktion in Europa. Diese grundlegenden Positionen werden nun im Rahmen von Silicon Germany um die Bedürfnisse der Anwenderindustrien ergänzt und weiter ausgearbeitet, um letztlich eine Handreichung für eine nationale Mikroelektronikstrategie zu sein.

Dies soll die Bundesregierung dabei unterstützen, auf die Initiative „10/100/20“ zu reagieren, die die Europäische Kommission im Mai 2013 gestartet hat. Die EU hat die Bedeutung der Mikroelektronik bereits erkannt. Im Rahmen der Strategie „Horizon 2020“ will sie die europäische Halbleiterbranche stärken – das erklärte Ziel der Europäischen Kommission ist eine Verdopplung der europäischen Halbleiterproduktion bis zum Jahr 2020. Europa soll zu diesem Zeitpunkt wieder 20 Prozent Marktanteil an der weltweiten Chipproduktion erreichen.

 „Deutschland verfügt über hervorragendes Systemwissen in weltweiten Wachstumsbranchen“, unterstreicht Peter Bauer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG und Co-Vorsitzender von Silicon Germany. „Wir können uns durch enge räumliche und thematische Vernetzung von Forschung, Entwicklung und industrieller Fertigung in den Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Mikroelektronik enorme Wettbewerbsvorteile für die Zukunft sichern. ‚Silicon Germany’ wird zum Ausbau und zur Unterstützung dieses Netzwerkes beitragen.“

Der Freistaat Sachsen mit „Silicon Saxony“ als dem größten Mikroelektronikcluster Europas unterstütze die Branche bereits nach Kräften. „Um die deutsche Mikroelektronik und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu sichern, braucht es länder- und branchenübergeifende Unterstützung“, betont von Schorlemer. „Nur mit energieeffizienter und sicherer Mikroelektronik ‚Made in Germany’ bleibt die deutsche Wirtschaft auch in Zukunft wettbewerbsfähig. Die Partner von ‚Silicon Germany’ stehen der neuen Bundesregierung als Ansprechpartner für die Entwicklung einer nationalen Strategie für die deutsche Mikroelektronik zur Verfügung.“

Bild: Globalfoundries