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HTW Dresden: Wie künstliche Intelligenz das Leben besser macht

  • HTW Dresden: Wie künstliche Intelligenz das Leben besser macht
    Auftakt des Civic-Innovation-Wettbewerbs mit Bundesminister Hubertus Heil.

Zwei Projektideen von Wissenschaftlern der HTW Dresden sind unter den Preisträgern des Civic-Innovation-Wettbewerbs. Die Projekte "KI-gestützte Methoden der Partizipation bei Großveranstaltungen" und "Barrierefreie Kommunikation: KI-gestützte Übersetzung in Leichte Sprache" gehören zu den Preisträgern des bundesweiten Ideenwettbewerbs "Gemeinsam wird es KI" der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft.

 

Partizipation bei Großveranstaltungen
Großveranstaltungen demokratischer und inklusiver zu gestalten, ist das Ziel von Professor Dietrich Kammer und seinem Team. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Code Camp Leipzig, beta-die Beteiligungsagentur und Vivien Mast AI Solutions entwickelt der Informatiker KI-gestützte Moderationstools. Die künstliche Intelligenz soll bei der Strukturierung unterstützen und Dynamiken während des Events transparent abbilden. "Wir wollen ein Set an digitalen, KI-gestützten Moderationstools erstellen, die die Strukturierung von Großveranstaltungen unterstützen. Diese sollen sowohl bei Präsenzveranstaltungen als auch in rein digitalen Formaten einsetzbar sein. Zum Beispiel können eingebrachte Ideen oder Diskussionsbeiträge mit Methoden der Sprachverarbeitung automatisiert vorstrukturiert werden, um aus 1000 Beiträgen in Echtzeit 30 zentrale Themen für die weitere Bearbeitung in Kleingruppen zu identifizieren. Ebenso kann KI die Zusammensetzung von Kleingruppen unterstützen, z.B. für eine gute Durchmischung des Publikums oder das Zusammenfinden von Personen mit ähnlichen Interessen.", erklärt Dietrich Kammer.

Verständliche Texte dank KI
Im Themenfeld "Inklusion und Diversität" wurde die Projektidee "Barrierefreie Kommunikation: KI-gestützte Übersetzung in Leichte Sprache" prämiert. Zusammen mit dem Dresdner Start-up T2K - Text to Knowledge möchten Professor Hans-Joachim Böhme und Oliver Guhr einen Algorithmus entwickeln, der Texte automatisch vereinfacht oder in Leichte Sprache übersetzt. Anstatt der zeitintensiven manuellen Übersetzung können barrierefreie Inhalte durch eine Automatisierung mittels Natural Language Processing (NLP) zeit- und kosteneffizienter umgesetzt werden. Texte in leicht verständlicher Sprache helfen Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Lesen anspruchsvoller Texte haben. Erst durch das Verständnis der Texte erhalten die Betroffenen die Möglichkeit, sich selbständig zu informieren und an gesellschaftlichen Debatten teilzunehmen.

"Wir planen diese NLP-Algorithmen auch in die Service-Roboter zu integrieren, mit denen wir in der Altenpflege arbeiten", erläutert Oliver Guhr, Doktorand in der Forschungsgruppe Künstliche Intelligenz/Kognitive Robotik von Hans-Joachim Böhme. "Unsere Roboter sollen in der Lage sein, dem häufig überlasteten Pflegepersonal verschiedene Aufgaben abzunehmen. Die sprachliche Kommunikation ist hierbei eine wichtige Fähigkeit. Die automatische Vereinfachung komplexer Texte ist ein sehr wichtiger Aspekt, beispielsweise in der Pflege Demenzkranker."

Über den Civic-Innovation-Wettbewerb

Der Civic-Innovation-Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales veranstaltet und hat das Ziel, KI-Innovationen für gesellschaftspolitische Kernaufgaben nutzbar zu machen. Während der Preisverleihung, an der auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil teilnahm, wurden 25 KI-Projekte aus ganz Deutschland in vier Themenfeldern ausgezeichnet. Die Preisgelder sollen die Weiterentwicklung der Projektideen vorantreiben. In der zweiten Runde sollen die prämierten Ideen zu tragfähigen Konzepten entwickelt und umgesetzt werden.

Weiterführende Links

www.htw-dresden.de  
www.civic-innovation.de/start

Foto: Screenshot HTW Dresden