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HZDR: Drei "KI Labs" für Sachsen – Jugendliche und die Algorithmen des maschinellen Lernens

  • HZDR: Drei "KI Labs" für Sachsen – In Dresden, Freiberg und Görlitz können Jugendliche mit Algorithmen des maschinellen Lernens experimentieren
    Künstliche Intelligenz (KI) macht vieles möglich und kann sogar musikalisch sein: Bei diesem Experiment im KI-Lab spielen die Teilnehmer*innen eine Melodie auf dem Keyboard und das Programm antwortet mit einer passenden Sequenz.

Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung sind heute drei sächsische Hackspaces gestartet. In Dresden, Freiberg und Görlitz können Jugendliche ab sofort unter Anleitung von Fachleuten in das Thema Künstliche Intelligenz (KI) eintauchen und eigene Projekte entwickeln. Einschlägige Erfahrung ist nicht vonnöten. Interessierte im Alter von 12 bis 18 Jahren können jederzeit vorbeikommen und testen, ob sie Gefallen an dem kostenlosen Angebot finden. Die sogenannten KI Labs laufen an den Technischen Sammlungen Dresden (TSD), am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) und am Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) in Görlitz. Die Idee dafür wurde gemeinsam von den TSD, dem HIF, dem CASUS und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickelt. Die "KI Labs" sind Teil des deutschlandweiten Programms "Jugend hackt".

 

 

Die Initiative "Jugend hackt" gibt es bereits seit 2013. Die neuen Labs in Sachsen sind dennoch etwas Besonderes: Zum ersten Mal steht die Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Das Verständnis von KI und ihrer Nutzung wird immer wichtiger, weil das Thema ein wesentlicher Treiber für die digitale Transformation der Gesellschaft ist. Von Online-Shopping über Spam-Filter bis zu Sprachkorrektur und -ergänzung beim Tippen – die KI begegnet uns schon heute im Alltag. Neue Anwendungen werden in der Zukunft mit Sicherheit hinzukommen und unser Leben maßgeblich verändern.

"Zum Einstieg in das Thema zeigen wir bei unseren ‚KI Labs‘ immer ein paar mitreißende Experimente, was man mit KI-Algorithmen so alles anstellen kann", sagt Dr. Nico Hoffmann, Leiter einer Helmholtz AI-Nachwuchsforschungsgruppe am HZDR. "Bei einer dieser Apps spielt man eine kurze Melodie vor und die KI antwortet mit einer dazu passenden Sequenz. Ein anderes Beispiel kommt aus dem Bereich der Bilderkennung: Man skizziert unter Zeitdruck etwa einen Elefanten, den der Computer auch bei gewisser Talentlosigkeit des Zeichnenden erstaunlich oft als solchen erkennt", so Hoffmann.

Mit Programmcode an einer besseren Zukunft basteln
Ist man erst einmal im Thema, ist der Weg zur ersten selbst programmierten Künstlichen Intelligenz nicht mehr weit. Welches Projekt verfolgt wird, entscheiden die Jugendlichen selbst. Geklärt werden Fragen wie: Welche Daten brauche ich? Wie komme ich an diese Daten ran? Wie werte ich sie aus? Und wie stelle ich die Ergebnisse dar? "Insbesondere wollen wir Jugendliche dazu ermutigen, drängende gesellschaftliche Probleme mittels KI zu lösen", erklärt Hoffmann. "Von der Austrocknung ganzer Landstriche in Deutschland über den Rückgang des arktischen Eisschilds bis hin zur effizienten Ressourcennutzung sind viele Themen denkbar."

Ehrenamtlicher Beistand bei der Umsetzung der KI-Projekte kommt dabei von erfahrenen Personen aus verschiedenen technischen Bereichen. Die Teams aus den drei sächsischen Städten tauschen sich untereinander aus und werden auch an gemeinsamen Projekten arbeiten. Interessierte können jederzeit bei den drei Labs vorbeischauen, sich ausprobieren, in laufende Projekte einsteigen oder ein eigenes Vorhaben starten. Bei der Premiere am 21. Juli ging es an den drei Standorten mit Liveübertragungen zwischen den drei Teams um 16 Uhr los. Die regelmäßigen Termine sind im Internet und auf Instagram zu finden. In Zukunft wollen die sächsischen Jugend-hackt-Labs zudem Workshops und Coding Sessions organisieren. Auch diese Termine werden online angekündigt.

"Jugend hackt" wird von den Vereinen "Open Knowledge Foundation Deutschland" und "mediale pfade – Verein für Medienbildung" getragen. Das Programm bietet jungen Menschen an vielen Orten in ganz Deutschland Experimentierräume und eine Plattform, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzten. Unter dem Slogan "Mit Code die Welt verbessern" richtet sich das Programm an alle, die digitale Werkzeuge, Prototypen und Konzepte für eine bessere Zukunft entwickeln wollen.

Das KI Lab in Dresden
In Dresden wird im MACHwerk, der Forschungswerkstatt für alle in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD), auf der Junghansstraße 1-3 getüftelt. Helene Hoffmann (HZDR) und Holger Seifert (TSD) sind die Ansprechpartner vor Ort.

www.jugendhackt.org/lab/dresden

Das KI Lab in Freiberg
Ansprechpartner in Freiberg sind Lucas Pereira und Dr. Raimon Tolosana Delgado, die beide am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) forschen. Das HIF gehört zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und ist in Freiberg auf der Chemnitzer Straße 40 zu finden.

www.jugendhackt.org/lab/freiberg

Das KI Lab in Görlitz
Die Termine in Görlitz werden von Dr. Nico Hoffmann (HZDR) betreut. Treffpunkt ist das Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) des HZDR, das sich am Untermarkt 20 befindet. Nach den Sommerferien öffnet der Hackspace mindestens aller zwei Wochen. Im August ist zusätzlich ein Workshop zur Gestaltung des Hackspaces geplant. Weitere Workshops für zum Beispiel all jene, die in das Programmieren einsteigen wollen, sollen folgen.

www.jugendhackt.org/lab/goerlitz

Bildmaterial von der Auftaktveranstaltung kann am 21. Juli ab 18 Uhr auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden. Daran Interessierte wenden sich bitte an Dr. Martin Laqua.

Weiterführende Links

www.hzdr.de 
https://jugendhackt.org/labs

Foto: Sophie Arlet