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TU Dresden: 7,6 Millionen Euro für die Digitalisierung der Landwirtschaft

  • TU Dresden: 7,6 Millionen Euro für die Digitalisierung der Landwirtschaft
    Wissenschaftler der TU Dresden forschen im Projekt "Landnetz" in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) an digitalisierten Anwendungen für die Landwirtschaft.

Wissenschaftler der TU Dresden forschen im Projekt "Landnetz" in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) an digitalisierten Anwendungen für die Landwirtschaft. Mit flächendeckenden Kommunikations- und Cloudnetzen soll die Digitalisierung mit ihren innovativen Anwendungen nun endlich bis in den ländlichen Raum Einzug halten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert dieses Projekt mit 7,6 Millionen Euro. Beteiligt an dem Projekt sind die TU Dresden mit dem "5G Lab Germany", den Instituten für Naturstofftechnik und Nachrichtentechnik, der Professur für Agrarsystemtechnik (Prof. Dr. Thomas Herlitzius) und der Vodafone Stiftungsprofessur Mobile Nachrichtensysteme (Prof. Dr. Gerhard Fettweis) sowie das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft im Rahmen des simul+InnovationHub.

Im Projekt "Landnetz" wird ein bis zu 2000 Quadratkilometer großes 5G-Experimentierfeld zwischen Nossen und Torgau angelegt. "Die 5G-Technologie dient als Wegbereiter für alle zukünftigen digitalen Anwendungen. Hierzu werden wir im Projekt landwirtschaftliche Betriebe und ländliche Kommunen mit 5G-Infrastruktur ausstatten und eine Vielzahl innovativer Digitalisierungsanwendungen erproben", so Dr. Norman Franchi, Projektkoordinator der TU Dresden.

Eine Ackerfläche wird beispielsweise mit Sensoren im Boden ausgestattet. Über diese können Bodendichte, Feuchtigkeit oder aber der Nährstoffgehalt ausgelesen werden. Die Daten der Sensortechnik werden über das Mobilfunknetz 5G zum Computer des Landwirtes übertragen. Eingespeist in eine Software, ein sogenanntes Farm Management Informationssystem (FMIS), werden die Daten dort zusammengeführt, analysiert und ausgewertet. Der Landwirt erhält am Ende ein komplettes Flächenbild und Details zur Qualität seiner Äcker. Er weiß nun ganz genau auf welchem Bereich seiner Felder er wie viel düngen oder bewässern muss. Das beugt Überdüngung des Bodens vor, spart Ressourcen, ist wirtschaftlicher und nachhaltig.

"Die Digitalisierung der Landwirtschaft erlaubt uns zukünftig völlig neue Perspektiven, um für den scheinbar unvermeidlichen Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit akzeptable Lösungen zu finden und gleichzeitig eine Erhöhung der Wertschöpfung zu realisieren. Dadurch leisten wir einen signifikanten Beitrag zum Umweltschutz, Tierwohl und ermöglichen auch eine Ertragsoptimierung," so Prof. Thomas Herlitzius, Inhaber der Professur für Agrarsystemtechnik an der TU Dresden.

Ein wichtiger Schwerpunkt im Projekt wird die Untersuchung verschiedener Modelle der Netzwerkstrukturen und der Datenhoheit sein. Heute werden nahezu alle Daten, die bei landwirtschaftlichen Prozessen erfasst werden, in zentrale Clouds großer Hersteller transferiert. Die Server liegen oftmals nicht in Deutschland und unterliegen daher auch nicht den deutschen Datenschutzrichtlinien. Forschungsgegenstand wird sein, wie Netze zukünftig anders aufgebaut und organisiert werden können, damit Daten in der Hoheit des Landwirts bleiben. Das hat zur Folge das die Verfügbarkeit der Daten für die Farm Management Informationssysteme einfach, sicher, automatisiert und wirtschaftlich tragfähig hergestellt werden kann.

Von Wein- und Obstbaubetrieben bis hin zu landwirtschaftlichen Betrieben mit Pflanzenbau und Tierhaltung - die Modellregion in Sachsen bietet den Wissenschaftlern der TU Dresden hervorragende Bedingungen, um eine Infrastruktur aufzubauen und alle Prozesse sowie innovativen Anwendungen testen zu können.

Weiterführende Links

www.tu-dresden.de

Foto: TUD/ast