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Wandelbots und TU Dresden: TU Start-up ermöglicht flexiblen Einsatz von Automatisierungstechnik

  • Wandelbots und TU Dresden: TU Start-up ermöglicht flexiblen Einsatz von Automatisierungstechnik
    v.l.n.r: Christoph Biering, Christian Piechnick und Jan Falkenberg (Teil des Gründerteams von Wandelbots)

Roboter, Automatisierung, Industrie 4.0 – im Dresdner Start-up "Wandelbots" dreht sich das Kerngeschäft um die Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Das junge Unternehmen entstand 2017 als Ausgründung der TU Dresden (Lehrstuhl für Softwaretechnologie und Lehrstuhl für Kommunikationsnetze). Zuvor hatte das 6-köpfige Gründerteam den Innovationswettbewerb des Roboterherstellers KUKA gewonnen und durfte seine Erfindung auf der Hannover Messe 2016 präsentieren. Die positive Resonanz aus der Industrie und die große Nachfrage führten schließlich zur Unternehmensgründung. 2018 konnte sich das Unternehmen in einer Series-A-Finanzierungsrunde 6 Millionen Euro von Paua Ventures, dem EQT Ventures Fonds ("EQT Ventures") und Bestandsinvestoren sichern.

 

 

Die Erfindung von Wandelbots beruht auf einer Sensorjacke, mit deren Hilfe Industrieroboter intuitiver, schneller und effizienter als bisher programmiert werden können. Die Verbindung von intelligenten Textilien und Softwaretechnologie ist das Kernprodukt der Firma. Die Idee: Ein Device (Textilien, TracePen, 3D-Maus etc.) nimmt die Bewegung des Menschen auf und überträgt diese an die Software, die wiederrum ein Bewegungsmodell entwirft, das an jeden beliebigen Roboter übergeben werden kann. Dieses Teach-in Verfahren ermöglicht so das Programmieren des Roboters in kürzester Zeit auch von Laien.

Wie erfolgreich die Idee des Start-ups ist, zeigt die Nachfrage aus der Industrie: Zu den Partnern gehören bereits Großunternehmen wie VW und Infineon sowie Midea aus China. In nur zwei Jahren ist die Mitarbeiterzahl von Wandelbots von sechs auf 35 gewachsen und das Unternehmen sucht weiter: "Wir suchen vor allem Softwareentwickler im Bereich Java und IOS sowie Robotikingenieure", so Christian Piecknick, Geschäftsführer bei Wandelbots. Robotik, so das Ziel der Ausgründung, soll für Unternehmen flexibler und vor allem roboterfirmenunabhängig sein. Arbeiter können die Roboter mit Hilfe der Devices anleiten und ihr Expertenwissen für bestimmte Bewegungsabläufe direkt weitergeben. Ein großes Anliegen des bereits mehrfach ausgezeichneten Start-ups ist die Einbeziehung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Durch sinkende Preise in der Hardware können zukünftig auch KMUs, die kleinere Mengen produzieren, von der neuartigen Software profitieren und in ihrem Betrieb Automatisierung einsetzen. "Dies bietet dem Mittelstand die Möglichkeit, durch Automatisierung wettbewerbsfähig zu bleiben", erläutert Christian Piechnick. "Wir freuen uns auch über Anfragen von kleineren Firmen, die unsere Technologie gerne ausprobieren möchten."

In den nächsten zwei Jahren sucht Wandelbots weitere Industriepartner, die das Produkt testen möchten und dem Start-up dabei helfen, dieses weiter zu verbessern und den vielen unterschiedlichen Anforderungen der Industrie gerecht zu werden. Die Mensch-Maschine-Interaktion der Zukunft sieht Wandelbots realistisch: "Es wird mit Sicherheit Arbeitsplätze geben, die durch Robotik ersetzt werden. Allerdings handelt es sich hierbei häufig um sehr monotone Arbeitsplätze in der Fertigung. Bei dieser Arbeit lässt die Konzentration irgendwann zwangsläufig nach und Fehler passieren. Ein Roboter kann jedoch konstant fehlerfrei arbeiten und den Ansprüchen der Produktion gerecht werden, qualitativ gleichbleibend zu arbeiten. Arbeitnehmer profitieren durch Roboter, indem sie körperlich entlastet werden oder Arbeitsprozesse so gestaltet werden, dass der Mensch gemeinsam mit Robotern arbeitet. Wenn Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden, können Unternehmen produktiver werden und neu investieren."

Die Beziehungen zur TU Dresden sind weiterhin sehr intensiv, es laufen gemeinsame Forschungsprojekte und Wandelbots schätzt den Wissensaustausch: "Gerade das Thema 5G ist hochspannend für uns, wir arbeiten hier gemeinsam mit Professor Fitzek. Perspektivisch besteht die Möglichkeit durch eine geringe Latenzzeit, die Robotersteuerung noch präziser zu gestalten und die Kunden unsere Software aus der Cloud heraus zu nutzen und die Roboter zu steuern und zu warten." Wandelbots stellte seine Technologie auf der "Langen Nacht der Wissenschaft" an der HTW und TU Dresden am 14. Juni vor. Das Unternehmen ist außerdem für den Sächsischen Gründerpreis 2019 nominiert.

Weiterführende Links


www.tu-dresden.de 
www.wandelbots.com

Foto: TU Dresden