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12. Silicon Saxony Day: Sachsen als Impulsgeber für Zukunftstechnologien

  • 12. Silicon Saxony Day: Sachsen als Impulsgeber für Zukunftstechnologien
    Am 19. und 20. Juni findet der 12. Silicon Saxony Day im DGUV Congress, auf der Königsbrücker Landstraße 2, statt.

Die hervorragende Nachricht für den Halbleiterstandort Dresden, dass BOSCH hier eine neue Chipfabrik errichten und dafür mehr als eine Milliarde Euro investieren will, macht deutlich: Sächsische Unternehmer und Forscher haben allen Grund optimistisch in die Zukunft zu schauen. "Nach fast zwanzig Jahren wird es nun den ersten kompletten Neubau in Europa geben – und das in Sachsen. Das ist eine sehr gute Nachricht und spiegelt die positive Entwicklung des Standortes in den letzten Jahren wider", so Heinz Martin Esser, Vorstand des Branchenverbands Silicon Saxony e.V. Der Freistaat weist eine einzigartige Konzentration von Knowhow für Hochtechnologien wie Mikroelektronik und Smart Systems auf. Sächsische Akteure können deshalb einen wichtigen Beitrag zu Trendthemen wie Connected Wearables, Autonomes Fahren und Dronen-Technologie leisten – von exzellenter Forschung bis zur industriellen Produktion. Im Kontext der digitalen Transformation wird insbesondere die Nachfrage nach Mikroelektronik steigen, gilt sie doch als Basis für vernetzte Produkte. Der 12. Silicon Saxony Day beleuchtet diese Hightech-Trends in Kongressbeiträgen näher und geht dabei auch auf die fundamentalen Veränderungen ein, die sie für Industriebranchen und Geschäftsmodelle bedeuten.



Sachsens Rolle als Hightech-Standort

"Als Europas digitaler Leitstandort vereint Dresden eine umfassende Technologie-Kompetenz mit exzellenter Forschung und digitaler Innovationskraft. Als geradezu beispielhaft betrachte ich die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der ortsansässigen Institutionen und Unternehmen, wie etwa im Branchennetzwerk Silicon Saxony. Es ist nicht zuletzt diese Kooperation zwischen Wissenschaft, traditioneller und Hightech-Industrie, die Sachsens Vorreiterrolle in Europa in vielen Schlüsseltechnologien begründet. In den Innovationsfeldern Smart Cities, Industrie 4.0 und Autonomes Fahren sind wir heute dank den Köpfen der sächsischen Wirtschaft, Wissenschaft und Industrie, exzellent aufgestellt", so Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig.

Wichtigstes Netzwerktreffen der sächsischen Hochtechnologie mit internationalem Fokus
Heinz Martin Esser, Vorstand des Silicon Saxony e.V.: "Wir freuen uns, heute bereits zum 12. Mal Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Industrie zum Silicon Saxony Day begrüßen zu dürfen. Als sächsische Unternehmer und Wissenschaftler tragen Sie mit Ihrer Expertise in innovativen Technologien dazu bei, unsere Leitindustrien erfolgreich im Wettbewerb zu positionieren. Silicon Saxony ist ein Ausdruck für die große Innovationskraft des Freistaats: Über 300 Mitgliedunternehmen, von internationalen Großkonzernen bis zu jungen Startups, entwickeln schon heute die visionären Lösungen von morgen."

Im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung des Branchenverbands und seiner Mitglieder, findet der diesjährige Silicon Saxony Day erstmals gänzlich auf Englisch statt. Unter den Teilnehmern sind auch europäische Industrieexperten, z.B. aus Belgien, Österreich, Frankreich und Tschechien.

Zukunftsthemen im Fokus des Silicon Saxony Day
Die Teilnehmer des Silicon Saxony Days erwartet ein abwechslungsreiches Programm an Kongressbeiträgen zu neuen Technologien: Connected Wearables wie virtuelle Datenbrillen werden aus der produzierenden Industrie und Logistikbranche in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein. Durch extrem leistungsfähige Hardware und verbesserte Konnektivität werden sie zunehmend den Weg in den breiten Kundenmarkt finden. Auch Mediziner nutzen inzwischen die Vorzüge vernetzter Mobilgeräte. Ein Beispiel für "Smart Health" sind Apps, die Gesundheitsdaten des Patienten auf dem Smartphone aufzeichnen und auswerten. Zukünftig sollen automatisch generierte Gesundheitsdaten zusammen mit der spezifischen Patienteninformation zum Standard für Diagnose und Überwachung eines Krankheitsverlaufs werden.

Eine Voraussetzung für die Vernetzung von intelligenten Geräten sind energieeffiziente Mikrochips, die die erforderliche Leistung bei minimalem Energiebedarf erbringen. Sie ermöglichen Unternehmen der Industrie 4.0 große Energie- und Kosteneinsparungen. Der Bedarf an Technologien zur Herstellung solcher Chips, wie zum Beispiel FD-SOI (Fully Depleted Silicon-on-Insulator), wird in den kommenden Jahren weiter steigen, da sie den Erfordernissen der Industrie voll und ganz entsprechen.

Einen weiteren Themenschwerpunkt bildet die Autonome Mobilität mittels leistungsstarker 5G-Funknetze. Ihre Implementierung bietet große Vorteile für Ökonomie und Gesellschaft: Durch autonomes Fahren erlangen beispielsweise ältere und sehbehinderte Menschen wieder größere Mobilität. Besonders für ländliche Gebiete, die schlecht an überregionale Verkehrsnetze angebunden sind, ergeben sich dabei Chancen. Autonome Mobilität verbessert nachweislich die Verkehrssicherheit, da Fahrzeuge untereinander kommunizieren und vor Hindernissen warnen, ehe sie ins Sichtfeld kommen. Auch die Umwelt profitiert von der emissionsarmen Technologie: Da sich durch autonomes Fahren weniger Staus bilden, wird der Schadstoffausstoß erheblich gesenkt.

Auch die Frage, welche Veränderungen und Chancen das Internet der Dinge für die Geschäftsmodelle bestehender und zukünftiger Unternehmen mit sich bringt, ist ein zentraler Aspekt der Veranstaltung. Wie genau das Internet der Dinge Fabriken verändert, erfahren die Teilnehmer im "Industrial Internet of Things Test Bed" der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden.

Forum für Austausch und Diskussion
Netzwerken, der Ausbau internationaler Kooperationen und der Austausch zwischen Experten stehen im Mittelpunkt des zweiten Tages. Zum Science Pitch stellen Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen ihre neuesten Forschungsprojekte in dreiminütigen Präsentationen vor. Neben dem Nachwuchs-Recruiting im Rahmen eines Speed Datings mit Studenten haben Unternehmen zusätzlich die Gelegenheit, Synergien für gemeinsame Projekte mit etablierten Firmen und innovativen Start-Ups zu schaffen. Im Ideenworkshop des Spitzenclusters Cool Silicon "ICool" diskutieren die Teilnehmer verschieden Projektideen zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Mikroelektronik und versuchen, Partner, für ihre Vorhaben zu gewinnen.
 
Über SILICON SAXONY e. V.

Der Silicon Saxony e.V. ist der größte Industrieverband für Mikro- und Nanoelektronik, Photovoltaik, Software, Smart Systems und Applikationen in Europa. Der Verein wurde im Dezember 2000 als Netzwerk der Halbleiter-, Elektronik- und Mikrosystemindustrie gegründet. Er verbindet Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen, Forschungsinstitute und öffentliche Einrichtungen am Wirtschaftsstandort Sachsen. In den 320 Mitgliedsunternehmen, die einen Umsatz von mehr als 4,5 Milliarden Euro pro Jahr erzielen, sind derzeit rund 20.000 Mitarbeiter beschäftigt. 

Kurzübersicht Halbleiterfabrik-Neubauten in Europa:
1993 STM Crolles (Frankreich)
1994 Intel Fab 10, Leixlip (Irland)
1994 Infineon, Dresden (Deutschland)
1995 Bosch Reutlingen (Deutschland)
1999 AMD Fab30, Dresden (Deutschland)

Weiterführende Links

www.silicon-saxony-day.de
Bildergalerie - 12. Silicon Saxony Day
Programm und weitere Informationen

Foto: Sven Claus / Silicon Saxony